Filmkiritik vom Filmfreund: Action, coole Sprüche und jede Menge Ideen!


Punkte: 8/10
Regie: Neil Marshall
Cast: Rhona Mitra, Bob Hoskins, Sean Pertwee, Malcolm McDowell, Alexander Siddig, Adrian Lester
Spieldauer: 109 min
Kinostart: 12.06.2008
Gesehen auf den 6. Fantasy Filmfest Nights (www.fantasyfilmfest.com)

Neil Marshall, der die Welt des Horrors bereits mit „The Descent“ begeistern konnte, steigt nun auf eine äußerst eigenwillige Art in neue Genres ein. “Doomsday” ist eine Art Action-Abenteuer-Endzeit-Satiren-Katastrophen-Film. Ein Film über den man am besten nichts verrät, aber gleichzeitig am liebsten alles loswerden möchte. Ich werde mich zügeln.

In nicht allzu ferner Zukunft bricht ein tödlicher Virus in Großbritannien aus. Das verseuchte Gebiet wird ohne langes Überlegen von der Umwelt abgeschottet und eine gigantische Mauer durchzieht das Land. Während die Welt hinter der Mauer vor sich hin rottet, geht das Leben außerhalb der Mauern weiter. Dreißig Jahre später gibt es in London einen erneuten Ausbruch. Die einzige Hoffnung eine erneute Abschottung zu verhindern ist ein Elitetrupp angeführt von der weiblichen Heldin Eden Sinclair, der hinter den Mauern nach einem Antivirus suchen soll.

Für seinen Film standen Neil Marshall ganze 30 Millionen Dollar zur Verfügung. Doch anstatt das Budget zu verschwenden und ein durchanimiertes Computergrafikspektakel zu produzieren, nutzt er das Geld um seinen absurdesten Ideen freien Lauf zu lassen. Die Heldentruppe schickt er von einer Zeit in die nächste, von einer Form der Gesellschaft zur anderen und von einer atemberaubenden Actionszene in die andere. Sein Markenzeichen ist präsent: Tempo. Der Film kommt schnell in Fahrt und von dort an auch nicht mehr zur Ruhe. Auf jede Andeutung einer Verschnaufpause folgt eine noch actionreichere und vor allem erfrischend neue Szene. Bevor das alte Muster langweilen könnte, befindet sich der Zuschauer schon wieder in einem komplett neuen. Realistisch ist das ganze nicht immer – muss es aber auch nicht sein. Sobald man merkt, dass der Film nach 109 Minuten gegen Ende geht wünscht man sich am liebsten eine direkte Fortführung. Die Gefahr bestand, dass die vielen äußerst krassen Ort- und Kulissenwechsel anstrengend werden. Doch dieser Gefahr entflieht Neil Marshall durch gekonnte Übergänge. Erwähnenswert ist auch der exzellente Soundtrack, der vor allem in Verbindung mit Motorrädern und einem Grill für heitere Stimmung sorgt.

Sowohl Situationskomik, als auch schwarzer Humor sind konstant vorhanden und vermischen sich mit einigen coolen Sprüchen, die sicherlich noch lange als Zitate dienen werden. Gewalt wird nicht ausgelassen, passt jedoch voll und ganz in den Rahmen. Doomsday ist wohl das, was man als einen „Männerfilm“ bezeichnen würde. Eine klare Empfehlung für alle harten und weichen Kerle dort draußen!

filmfreund [at] freihafen.org




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