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	<title>freihafen.org &#187; Große Freiheit</title>
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		<title>Eine türkische Nacht in Hamburg</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 13:04:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzertankündigungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Say ist nicht nur Pianist, sondern auch Komponist. Am 28. Mai trat er bei den türkischen Nächten in Hamburg auf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Raum ist dunkel. Alle sitzen still. Das Kultur- und Kommunikationszentrum „Fabrik“ in Altona ist am Donnerstag den 28.Mai 2010 überfüllt mit Menschen. Alle warten sitzend oder stehend auf ein Konzert von dem weltbekannten Pianisten Fazil Say.<br />
Der türkische Pianist liefert ein ungewöhnliches Klavierkonzert. Say sitzt kaum nur still da. Seine Hände schwingen beim Spielen in der Luft aus. Es sieht so aus als würde er mit dem Klavier zusammen performen.<br />
Schließt man die Augen verleitet die Musik zum Träumen. Ein Kopfkino baut sich auf. Gelegentlich meint man ein melodisches Summen zur Klaviermusik zu hören.  Größtenteils scheint die Musik von schönen, aber dramatischen Klängen gefüllt zu sein. Nach jedem Stück verbeugt er sich kurz und erzählt dem Publikum, auf deutscher Sprache, welches Stück er als nächsten spielen möchte. Manchmal erläutert er auch, wie es zu dem Stück gekommen ist.<br />
Fazil Say ist nicht nur Pianist, sondern auch Komponist. Sein musikalisches Motiv zum Stück „Black Earth“ ist beispielsweise von dem berühmten anatolischen Sänger und Dichter „Asik Veysel“ entsprungen. Ein anderes Stück, in dem es um Sehnsucht geht, hat er seiner 9-jährigen Tochter „Kumru“ gewidmet.<br />
Das Konzert war Teil der „türkischen Nächte“ vom 25. bis zum 29.Mai 2010 in Hamburg. Das Festival wurde von Fazil Say zusammengestellt. Im Festival wurden besonders viele Facetten der türkischen Musik, von Klassik bis zu orientalischer Musik, einbezogen.<br />
Nach dem Konzert verließ ein überwiegend zufriedenes Publikum die Fabrik. Einige Zuschauer ergriffen zudem die Gelegenheit bei einer Autogrammstunde ihre neuerworbene CD von Fazil Say signieren zu lassen. </p>
<p>Weitere Informationen zum Künstler unter <a href="http://www.fazilsay.com">http://www.fazilsay.com</a></p>
<p>FOTO: Deger-Deniz Dag</p>
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		<title>Kurzer Abwasch</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 10:32:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Ölpest, Wortbruch in NRW, Schulreform – bitte? Eine Vampirarmee kommt übers Land, darüber muss man sich Gedanken machen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wäre falsch, „Bis(s) zum Abendrot“, den dritten Teil der „Twilight-Saga“ so zu bewerten, wie jeden anderen Film. Die Kritik könnte missverstanden, könnte auf die Produzenten abgewälzt werden.<br />
Deshalb ganz wichtig: Mit Sicherheit haben die Filmemacher unter Hochdruck gearbeitet, alles versucht, ihr Bestes gegeben. Dass eine schlechte Vorlage dennoch nicht zum Hit avanciert, erklärt sich von selbst. Ein Minus in der Kasse wird dies trotzdem nicht hinter sich ziehen. Denn all die kreischenden Teenies, die die Erfüllung sämtlicher, pubertierender Sehnsüchte auf Edward projizieren, werden auch auf diesen Film zu Tausenden einstürmen. </p>
<p>Im dritten Teil der Vampir Saga wird von den bösen Vampiren eine Armee rekrutiert, die Bella (Kristen Stewart) um die Ecke bringen soll. Als die Cullens, ihrerseits  hochmoralische Vampire, allmählich ihre Felle wegschwimmen sehen, beschließen sie mit den Wölfen gemeinsam für Bella zu kämpfen.<br />
Ebenso wichtig wie diese Schlacht, ist das Gefühlschaos Bellas. Sie bettelt darum Vampir zu werden und fummelt hartnäckig an Edward (Robert Pattinson) herum, welches sie nicht davon abhält Jacob (Taylor Lautner) anzuschmachten.</p>
<p>Was sich Autorin Stephanie Meyer im Übrigen dabei gedacht hat, die Werwölfe bei jeder Gelegenheit zu glorifizieren, Vampire jedoch negativ zu porträtieren, bleibt ihr Geheimnis.<br />
Immerhin ist diese Stimmung trefflich filmisch umgesetzt. Eine Myriade von Szenen zeigt Jake durchtrainiert, halb nackt und gebräunt, nie eine Möglichkeit auslassend, den blassen Edward in Kontrast zu bringen. Sehr nervig und vollkommen überzogen. Doch gerade diese Szenen dürften die Kinderchen in Ekstase versetzen. Denn Einstimmig sind sie aus den Reihen dieser zu hören: Liebesbekundungen und Babywünsche – alles ist so wie immer. Und wieder bahnt sich der GAU an. Dann nämlich, wenn einer der männlichen Hauptdarsteller Robert Pattison oder Taylor Lautner sich von seinem Ruf trennt und auch mal eine Beziehung zugibt. Man sollte sich halt nicht in die Pubertät einmischen, dass haben schon etliche Boygroups schmerzlich erfahren.<br />
Zudem ist es störend, dass man den neuesten Volvo praktisch auf die Netzhaut eingebrannt bekommt – ich muss doch schon sehr bitten: Product Placement geht auch geschickter!</p>
<p>Ernüchterndes Fazit bleibt diesmal: Die Produzenten konnten aus Stephanie Meyers literarischem Fehlgriff keinen Diamanten zaubern und, viel erschreckender, durch die bedingungslose Vereehrung tausender Teenager rund um den Globus wird „Bis(s) zum Abendrot“ schließlich noch als „wertvoll“ aufgegriffen werden – zumindest von naiven Gemütern..</p>
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		<title>„Männer al dente“</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 10:25:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Große Leistung im heimeligen Ambiente – „Männer al dente“ lockt die Hamburger in ihre Programmkinos ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Hamburger Programmkinos wirken durch ihre intellektuelle Atmosphäre trotz des Hollywood Flairs auf den Otto-Normal-Verbraucher oft abschreckend. Anspruchsvolle Filme scheinen nicht mit dem Bild eines typischen Kinoabends konform zu gehen. Wenn man sich dann auch noch eine verhältnismäßig kleine Produktion anschauen soll… Ja, darf man denn im Abaton, Holi oder Streit’s überhaupt Popcorn mampfen, lauthals Lachen, in der letzten Reihe knutschen? Na klar. Und bei Filmen wie „Männer al Dente“ fällt es auch gar nicht schwer daran zu glauben.<br />
Die weitgehende Unbekanntheit der Schauspieler und der Mangel amerikanischer Beteiligung stören kein bisschen. Im Gegenteil: Italienisches Lebensgefühl, liebevoller Witz und stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen machen den neuen Film von Ferzan Ozpetek zu einem lohnenden Stück Filmkultur.<br />
Tomaso (Ricardo Scamarcio) ist der Jüngste von Dreien und zu Besuch im elterlichen Haus. Seine Familie ist in Besitz einer traditionsreichen Nudelfabrik und erwartet nach Abschluss des Studiums in Rom eine Beteiligung ihres Nesthäkchens im Unternehmen.<br />
Dass Tomaso eigentlich nicht BWL sondern Literatur studiert hat, schwul ist und keinesfalls plant sich elterlichen Wünschen zu unterwerfen, ist unvorstellbar. Doch Tomaso möchte sich endlich offenbaren. Um sicherzustellen, dass sein Vater ihn wutentbrannt verjagt, plant der Freiheitsdürstende eine Rede zum abendlichen Familienessen. Am reich gedeckten Tisch, zwischen Plaudereien, Scherzen und froher Stimmung erklingt das Klopfen von Silber an Kristall…<br />
Herrlich: Mit „Männer al dente“ erscheint genau zur rechten Zeit ein Film der sich ins Stimmungsbild fügt, wie es kein anderer vermag. Höchsttemperaturen, pralle Sonne, la dolce Vita eben – Italien, wir kommen!<br />
Manch einer mag fragen: Bei dem Wetter ins Kino? Aber bitte, es gibt doch auch noch Abende und sowieso: Das Kino ist klimatisiert, wir befinden uns im telegenen Sommerloch und die WM ist nun auch durch, durch, durch.<br />
Deswegen ist ein Besuch umso dringlicher. Davon abgesehen rechtfertigt sich der Film schon auf Grund des nicht zu verachtenden Aussehens Ricardo Scamarcios. Stimmt er nicht, der uralt Spruch: Alle gut aussehenden Männer sind entweder schwul oder vergeben?<br />
Doch zurück zum Film.<br />
Bis auf die zuweilen äußerst unangenehme Kameraführung – nein, ich habe keine Freude an Übelkeit durch endlose Karussellsimulationen – gibt es kaum Schwachstellen. Das Thema der „Outingproblematik“ ist liebevoll aufgegriffen und, von einer unnötigen Szene abgesehen, ist auch Tomasos Homosexualität nicht humoristisch ausgereizt.<br />
Ein letzter, ungern erwähnter, Hinweis für die heterosexuelle Männerwelt: Auch für sie ist gesorgt – Nicole Grimaudo gibt, die Zielgruppe komplimentierend, das perfekte Abbild der drallen Vollblutitalienerin.<br />
Homos, Heteros, Unentschlossene: Stört euch an der Hitze nicht – stürmt die Kinos!  </p>
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		<title>Avatars Rückkehr</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 13:40:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 2. September kommt der Film erneut in die deutschen Kinos - eine Ankündigung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sci-fi Fans aufgehorcht: „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ kommt am 2. September erneut in deutsche Kinos. Nach klammheimlichen Rückfragen peinlich berührter Bürger, welche es bisher nicht in den Pionier des 3D Kinos geschafft haben, wird er nun noch einmal in allen drei Dimensionen gezeigt.<br />
Das Beste dabei: Auch eingefleischte Fans dürfen dem Termin entgegenfiebern – länger in Pandora verweilen, ein Wunsch dem Produzent James Cameron pflichtbewusst nachgekommen ist. Die neue Version ist ganze 8 Minuten reicher.</p>
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		<title>Popkultur und Poesie</title>
		<link>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/kunst/756-popkultur-und-poesie</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Jun 2010 14:46:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[„Poetry“, also Poesie, ist bei Schülern oft unbeliebt. Doch das Finale der Kampf der Künste Poetry Slams beweist: Sprachkunst ist in. Yeah.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Poesie und Lyrik – was im Deutschunterricht als unbeliebt gilt, wird auf Poetry Slams zur ganz großen Performance- und Unterhaltungskunst. Auf dem Hamburger Kampf der Künste Finale im Schauspielhaus haben junge Poeten gezaubert – sie haben Wörter in Kunst verwandelt, Sätze in Gefühle, Sprache in Leidenschaft.</p>
<p>Auf den ersten Blick wirken sie ganz unscheinbar. Sie stehen da vor dem Mikrophon, Menschen, wie man sie täglich auf der Straße, in der U-Bahn, in der Schule und der Uni sieht. Manche von ihnen halten einen Zettel in zittrigen Fingern, andere vergraben die Hände in den Taschen. Doch sobald sie am Mikrophon stehen, unterhalten sie den gesamten Saal mit ihren Worten und werden zu Sprach-Performance-Künstlern. Sie verpacken Popkultur, Gesellschaftskritik und Liebeskummer in Worte, polstern sie aus oder spitzen sie zu – humorvoll, lakonisch, ironisch.</p>
<p>Ich habe geweint, gelacht, war nachdenklich und melancholisch. Auf den mit dunkelrotem Samt bezogenen Plätzen wurden die Zuschauer auf eine Achterbahn der Emotionen geschickt. Kulturelle Veranstaltungen können anstrengend sein – Poetry Slams machen einfach nur Spaß. Wer einmal dabei war, kommt immer wieder.</p>
<p>Eröffnet wurde der Abend von Moritz Neumeier, der mit Liebeskummer-Poesie beeindruckte. Doch kein Schimmer von Kitsch oder Beschönigung – unglücklich verliebt zu sein hat nichts mit Träumerei zu tun. Es tut verdammt weh. Und so schrie und flüsterte Moritz Neumeier auf der Bühne eine unsichtbare Frau an und trieb den Zuschauern die Tränen oder zumindest den nachdenklichen Schimmer in die Augen.</p>
<p>Auch die folgenden Performances hielten sich auf einem hohen Niveau. Ob lapidare Kurzgeschichte (Andreas Weber), ein hochpoetischer Text vom Altbundeskanzler des Poetry Slams, Sebastian 23, mit dem bezaubernden Titel „Holz – der Stoff, aus dem Bäume sind“, feiner Sozialkritik (Jasper Diedrichsen) oder der Gesellschaftskritik mit der direkten Aufforderung „Krieg den Arsch hoch!“ (Bleu Broode); die Slammer bewiesen Vielfalt, Kreativität und Sprachgefühl.</p>
<p>Der Siegertext kam von Marque-Regnier Hübscher. Mit einem „Besserwisser-Text“ griff er aktuelle Diskussionen aus Popkultur, Politik und Human-Interest auf, überspitzte sie bis auf das Äußerste und beendete jedes Szenario mit dem Satz: „Unwahrscheinlich, dass das gut geht!“ Er riss vor allem mit Rhythmusgefühl und geschickter Betonung das Publikum mit und gewann trotz Besserwisser-Attitüde – denn er hatte nun einmal wirklich recht.</p>
<p>Explizit gelobt sei auch die Moderation von Michel Abdollahi, der die Zuschauer lässig durch den Abend führte. Bei Anekdoten aus dem Flugzeug, einem Flirt mit einer Zuschauerin und dem Genuss der „Hausmarke“ wirkte er entspannt, selbstsicher und gebildet – und wurde so selbst zum Performance-Künstler. </p>
<p>Ein Abend irgendwo zwischen Satire, Standup Comedy, Lyrik-Lesung und Performancekunst, der sich gelohnt hat. Mit einem Lächeln auf den Lippen, ein paar Worten in den Taschen und dem Kopf voller Denkanstöße freue ich mich schon auf den nächsten Poetry Slam. </p>
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		<title>„Sex and The City 2“ – Sex: ja, City: nein</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 10:55:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Toller Soundtrack, gelungener Trailer, all unsere Stars in erster Reihe und trotzdem der Gipfel aller Übertreibung. Eine Rezension zu dem vorsommerlichen Ereignis der Frauenwelt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwischen Bundesliga und WM, nach  „Kuranyi Aus“ und „Ballack Foul“, hat die Aussicht auf ein Ereignis der Frauenwelt stets Trost gespendet. „Sex and The City 2“ sollte unser Pauli Aufstieg sein, sollte uns Kraft geben und den Rest des Fußballsommers überstehen helfen.<br />
Die Zeichen standen gut: Toller Soundtrack („Empire State of Mind“ &#8211;  Jay-Z feat. Alicia Keys), gelungener Trailer, all unsere Stars in erster Reihe. Doch am Ende kann auch dieser 2. Teil dem ewigen Fluch der Fortsetzung nicht entrinnen.<br />
Die nun zweite Weiterführung des Großstadt Tamtams lässt zwar häufiger den Charakter der Serie durchblicken als der enttäuschende erste Teil, kennzeichnet allerdings zugleich den Gipfel aller Übertreibung. Natürlich wollen wir ein wenig in die Welt des Luxus eintauchen, doch mit Überfluss zugeschmissen werden, das ist so unnötig wie verwerflich. Konsum pur – auf Dauer anstrengend und ermüdend.<br />
Obwohl man, durch den ersten Teil gewarnt, eigentlich nichts anderes erwarten konnte, ist der altbekannte Ausspruch „die Hoffnung stirbt zuletzt“ eben doch noch zutreffend. Warum nicht einfach so weitermachen wie in der Serie? Ob die Verantwortlichen die Titulierung „Film“, die Anbindung an Hollywood wohl überbewerten? Ob sie das Gefühl hatten etwas ganz Besonderes, Strahlendes, Herausragendes kreieren zu müssen? Wenn dem so ist, kann ich nur sagen: Weit über das Ziel hinausgeschossen.<br />
Was hätte ich für eine würdige Fortsetzung der Kultserie gegeben? Am schmerzhaftesten ist dabei noch zu wissen:  Es hätte bloß eines Quäntchens bedurft, einen wahnsinnig guten Film abzuliefern!<br />
Das mehr als aufdringliche ‚Product Placement’ gestrichen, die Haupthandlung nach New York, eben die City verlegt, und zu guter letzt ein Fünkchen weniger dem Mammon gefrönt. Ergeben hätte sich ein Film, der gefällt &#8211; ohne Perfektion fürchten zu müssen: Von der Bestleistung trennen Szenen,  wie etwa der außerordentlich peinliche Gastauftritt Liza Minellis, die in einem Versuch jung zu wirken um zusätzliche 20 Jahre altert.<br />
Wer sich nun im Übrigen zu wundern beginnt, an welcher Stelle die Handlung Erwähnung findet, voilas: Carrie (Sarah  Jessica Parker) und Big (Chris Noth) hadern mit ihrem traditionsfernen Verständnis der Ehe, Miranda (Cynthia Nixon) versucht Job und Familie zu vereinbaren, Samantha (Kim Catrell)  kämpft gegen die Zeit und, ein innovativer Lichtblick: Charlotte (Kristin Davis) verzweifelt an ihren Kindern. Was vollkommen anders ist als gewohnt: Die meisten der 147 Minuten spielt „Sex and The City 2“ fernab der City &#8211; in Abudabi. Abudabi? Genau. Was das soll? Ich sage: Die Drehbuchautoren wollten die vier Protagonisten noch einmal so zeigen, wie wir sie kennen: Ungebunden, unabhängig, frei. New York, nach jeder Menge Happy Ends nun ungeeignet, musste weichen. Bis auf die unverbesserliche Samantha sind inzwischen schließlich alle fest gebunden, leben in engen Strukturen. Abudabi wird somit gewissermaßen zur Grauzone, zu einem Land in dem andere Regeln gelten, in dem Probleme in den Hintergrund rücken sollen. Das dies nicht so ganz klappt ist natürlich von Anfang an klar, denn wann hat eine Frau schon mal all ihre Sorgen vergessen?<br />
Nach aller Kritik folgt nun allerdings ein abgrundtiefer Blick in die medien- und modevernarrte Seele: Ich möchte diesen Film um keinen Preis missen. Denn was die Macher meiner allzeitbeliebtesten Serie damals geschaffen haben, lugt auch in dem neuen Streifen ansatzweise durch und beschert so zuweilen das Lebensgefühl, für welches zu leiden ich bereit bin. Deshalb kann ich abschließend nur sagen: Für all diejenigen, die alle Staffeln „Sex and The City“ im Regal stehen haben, die Carrie, Miranda, Samantha und Charlotte schon beinahe als eigene Freundinnen ansehen, für diejenigen führt in nächster Zeit kein Weg am Kino vorbei.<br />
Noch eine Randnotiz: FSK 12 – ein absoluter Fehlgriff. Neben einer Irritation durch unverschleierte Sexszenen ist es ferner auszuschließen, dass 12 oder 13 Jährige die Komik des Filmes verstehen, die Gefühle der Darsteller nur ansatzweise nachvollziehen können. Und überhaupt: Woher sollen derart  junge Besucher Hintergrundwissen nehmen – die Serie durfte man schließlich stets erst mit 16 konsumieren.</p>
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		<title>Robin Hood“- ja, wo bist du denn nun eigentlich?</title>
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		<pubDate>Sun, 16 May 2010 14:09:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Von den Reichen nehmen, um den Armen zu geben. Ein Leitsatz der unter dem Gesichtspunkt der vorherrschenden wirtschaftlichen Situation ein wahrer Publikumsmagnet sein sollte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von den Reichen nehmen, um den Armen zu geben. Ein Leitsatz der unter dem Gesichtspunkt der vorherrschenden wirtschaftlichen Situation ein wahrer Publikumsmagnet sein sollte. Alles schimpft auf die bösen Reichen und welcher Held, wenn nicht er, wäre geeigneter um Maskottchen dieser Entwicklung zu werden? Robin Hood, der bekannteste Verfechter sozialer Gerechtigkeit kommt gerade im rechten Augenblick auf die Leinwand und wird seinen Machern, durch die Umstände gesegnet, wohl mehr Zuschauer als erwartet bescheren.<br />
Nur zu, denn, optimistisch gedacht, tritt am Ende tatsächlich ein, worauf alle hoffen: Aufschwung.  Auch gut gefüllte Kinokassen kurbeln die Wirtschaft an.<br />
Ob die neueste Verfilmung der britischen Uralt Saga gefällt, scheint von der Erwartungshaltung des Zuschauers abhängig. Geht man ins Kino um Robin als Wegelagerer zu erleben, um zu verfolgen wie Mr. Hood gar edelmütig die erbeuteten Schätze an Arme verteilt, dann ist man in Ridley Scotts’ Film („Gladiator“, „American Gangster“, „Königreich der Himmel“) eindeutig falsch. Keine Spur vom „Helden in grünen Strumpfhosen“.<br />
Dieser „Robin Hood“ zeigt eine mögliche Vorgeschichte. Ein Detail welches sich allerdings erst in den letzen Minuten des Filmes aufklärt. Bis dahin heißt Robin Hood nicht Hood und kämpft viel mehr gegen den König Englands als gegen den Sheriff von Nottingham, der sich gekonnt in eigener Regie disqualifiziert.<br />
Doch nun einmal ganz von vorne.<br />
Eingeleitet wird der Film auf dem Schlachtfeld. König Richard Löwenherz (Danny Huston) plündert auf seinem Rückweg nach England sämtliche Burgen Frankreichs und wird schlussendlich mit dem Tode bestraft – ganz banal durch den Pfeil eines gewöhnlichen Schützen. Vollkommen überraschend sind sämtliche Attentatspläne auf den ungeliebten Monarchen überflüssig, welches jedoch keine Besserung der nationalen Lage bedeutet. Im Anschluss wird nämlich dessen überaus widerwärtiger, narzisstischer Bruder (Oscaar Isaac) gekrönt.<br />
Robin (Russel Crowe), der als Bogenschütze im Krieg involviert war, gelangt nun durch eine auffallend lange Anreihung glücklicher Zufälle nach Nottingham. Eine Heimat, welche ihm als solche nicht bekannt ist – Robin weiß nichts über seine Herkunft, hält sich lediglich an Erinnerungsfetzen fest.<br />
Wichtig ist vorerst, dass Robin, auf Wunsch des hinterbliebenen Vaters (Max von Sydow) von Sir Robert Loxley in dessen Rolle schlüpft. Neben viel Land, existenziellen Sorgen und verzweifeltem Gesinde bedeutet dies auch Gemahl der Witwe Lady Marion (Cate Blanchett) zu werden. Wie praktisch, dass man sich gleich zu Anfang alles andere als abgeneigt gegenüber steht.</p>
<p>Irritierend ist, dass Robin Hood, wider aller Logik, nicht die Hauptfigur darstellt.  Im Mittelpunkt steht die Entwicklung Englands, zu der die verschiedenen Charaktere ihren ganz eigenen Teil beitragen. Niemand sticht hervor, kein Part scheint wichtiger als der andere. Ja man könnte sogar sagen, Russel Crowe musste weniger Text lernen als die meisten seiner Kollegen. Überzeugen tut er trotzdem. Er gibt gekonnt den Kinotitan &#8211; durchaus angebracht, lässt man sich nur mal einige seiner aktuellsten Filme durch den Kopf gehen: „American Gangster“, „State of Play“, „Der Mann, der niemals lebte“.<br />
Anecken tut  der Film dennoch. Dient er als Plattform der Filmindustrie, als Werbemöglichkeit für Caster, Schauspieler und Regisseur, die allesamt beweisen:  Ja, wir können es?! Denn in einem Film über Robin Hood, der diesen zur Nebenfigur degradiert und auch sonst nur eine gefährlich dünne Haupthandlung anbietet, fragt sich der Zuschauer schon, was man da eigentlich beabsichtigt. Sämtliche Elemente des Filmes sind zwar gut gelungen, bilden aber keine Einheit sondern co-existieren. Schwer fällt deshalb auch eine Entscheidung über die schätzungsweise 8€ und den freien Abend – will ich cineastisches Handwerkszeug bestaunen, oder mich doch lieber ganz herkömmlich unterhalten lassen? Eine Charakterfrage, die sich schnell beantworten lässt – schon mal für den Abspann sitzen geblieben?!</p>
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		<item>
		<title>Es rappelt im Karton</title>
		<link>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/kunst/675-es-rappelt-im-karton</link>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 12:01:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Lautsprecher laden ein zum monatlichen Stelldichein, dem U 20 Poetry Slam „Mundverbot“. Slammer und Publikum präsentierten sich wie immer alles andere als stumm und machten der Poesie Ehre. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">„Wir fangen nicht an, bevor nicht alle Stühle besetzt sind!“ Blitzartig füllen sich die Reihen im obersten Raum vom Haus 73. Wie jeden Monat findet hier der U 20 Poetry Slam „Mundverbot“ statt. Initiiert wurde die Veranstaltung von den „Lautsprechern, einem Schülerunternehmen, das ein Drittel der Eintrittsgelder an die Aktion „Reporter ohne Grenzen“ spendet. Damit wollen die „Lautsprecher“ all denen helfen, die nicht das Privileg der Pressefreiheit genießen, also tatsächlich „Mundverbot“ haben.</p>
<p>Doch was ist das eigentlich, ein „Poetry Slam“? Ein Wettbewerb zwischen Poeten, die einzig und allein mit Mikro und Text bewaffnet ihre Poesie an den Mann bringen. Form und Inhalt sind dabei jedem selbst überlassen. Da kann es mitunter vorkommen, dass Zuhörern die Geschichte eines  vierjährigen Mädchens namens Anna erzählt wird, die gerne ein Baum sein möchte und dafür in den Garten zieht.</p>
<p>Im Finale hat es  für Juliane nicht für die begehrte Lautsprechertrophäe gereicht. Die Siegerin des U 20 Wettbewerbs vom 26. April heißt am Ende Lyly, die mit schmarotzenden Parasiten und einer Seefahrt in die Abgründe der Fantasie das Publikum in ihren Bann zog.</p>
<p>Poetry Slam, das bedeutet immer auch der Auftritt eines Featured Poet, der das ganze Spektakel einläutet. Der „Erfahrene“ bereitet außer Konkurrenz das Publikum vor, indem er oder sie einen eigenen Text auf der Bühne präsentiert. Besonders gut in dieser Kunst ist Bente, die der Hamburger Jugend äußerst plastisch erklärt, dass man Sex hat und ihn „um Gottes Willen nicht macht“.</p>
<p>Der nächste Termin für den U 20 Slam „Mundverbot“ und damit auch der letzte Möglichkeit, sich als Sieger für das große Finale der Besten zu qualifizieren, ist  der 24. Mai, 19.30 Uhr.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">FOTO: Christopher Busch</p>
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		<title>Sönke Torpus &#8211; Five Leaves Left</title>
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		<pubDate>Sun, 02 May 2010 13:59:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Große Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Verführung pur - Torpus Debutalbum gibt einem den Impuls zur Bewegung. Ob zu Fuß, per Rad oder mit einem One way- Ticket, man möchte einfach nur seine Zeit genießen, am besten mit Torpus im Ohr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Torpus‘ modernen Folk sollte man nicht hören, wenn man gerade sesshaft geworden ist und vielleicht eine Familie gegründet hat. Mit seinen Roadtripklängen verleitet der Musiker Sönke Torpus einen dazu, alles stehen und liegen zulassen und sich vor lauter Fernweh auf die Reise seines Lebens zu begeben.</p>
<p>Torpus‘ Debutalbum &#8220;Five Leaves Left&#8221; ist schon eine eigene kleine, musikalische Weltreise. Von Gitarre über Klavier bis hin zur charakteristischen Mundharmonika findet man in Sönke Torpus‘ Liedern alle kreativen Energien.</p>
<p>Man sollte dennoch aufpassen, dass man morgens wirklich in den eigenen vier Wänden aufwacht und nicht längst der Sonne entgegen auf irgendeinem Highway unterwegs ist.</p>
<p>Bereits während seiner Zeit mit seiner ehemaligen Band „Nepomuk“, schrieb Sönke Torpus die meisten Songs selber. Nebenbei entstanden aber auch immer wieder Texte und Melodien für den Eigengebrauch, die ihren Höhepunkt in heutigen Titeln wie „Watch The Show“ oder „Lost And Found“ fanden.</p>
<p>&#8220;Five Leaves Left&#8221; schließt musikgeschmacklich keine Altersklasse aus. Junge Leute werden von den Songs ebenso berührt wie etwa die ältere &#8220;Beatles Generation&#8221;. Die Sonsg verleiten zur Nostalgie und man ertappt sich immer wieder dabei in alten Erinnerungen zu schwelgen.</p>
<p>Eine ganz eigene Musikrichtung hat Sönke Torpus uns da beschert, die den Sommer in sich einschließt und <img class="ngg-singlepic ngg-right alignright" src="http://www.freihafen.org/wp-content/gallery/cover-bilder/mg_6152_0.jpg" alt="mg_6152_0" width="208" height="139" />irgendwie jetzt schon Vorfreude bereitet. Vorfreude auf warme Sommerabende und weitere Lieder von Torpus.</p>
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		<title>„Precious“ – ist das Leben wirklich kostbar?</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 10:01:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem Klima der Gewalt und Vernachlässigung scheint sich das Kostbare am Leben vor der jungen Precious aus Harlem zu verstecken. Ihren Träumen auf der Spur, beginnt sie Stück für Stück ihre Lebensfreude zu enthüllen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die 16-jährige Claireece Jones hat den Vogel abgeschossen, der einen zum Verliererdasein in unserer Gesellschaft verdammt. Ihr Rufname Precious ist reinster Zynismus. Schwer übergewichtig und gehänselt von der ganzen Klasse muss die junge Afroamerikanerin aus Harlem, ohne grundlegende Rechen- und Schreibfertigkeiten die High School verlassen, nachdem herauskommt, dass sie bereits das zweite Mal schwanger ist. Was niemand weiß ist, dass beide Schwangerschaften die Folge von jahrelangem Missbrauch durch den eigenen Vater sind. Von der Mutter verachtet und misshandelt gibt es für Precious Lebensweg nur noch eine Richtung: Steil bergab! Als sie sich, um ihrer Mutter Sozialhilfe zu sichern, auf einer Sonderschule für Schulabbrecher anmeldet, trifft sie auf ihre letzte Chance in Form einer jungen, unerschütterlichen Lehrerin, die sich ihrer annimmt.<br />
Regisseur Lee Daniels, der bereits 2002 mit seinem Debüt &#8220;Monster&#8217;s Ball&#8221; Halle Berry den Aufstieg in den Oscar-Olymp bereitete, wurde nun selbst in den Kategorien &#8220;Film&#8221; und &#8220;Regie&#8221; nominiert. Vorlage für den Film war der Roman &#8220;Push&#8221; der New Yorker Schriftstellerin Sapphire, die als Sozialarbeiterin und Lehrerin in sozialen Brennpunkten eigene Erfahrungen in ihre Erzählung einfließen ließ.<br />
Während das grobe Konstrukt um Precious persönlichen Kampf und ihre letzte Chance noch sehr hollywoodkonform daherkommt, weiß Daniels es durch die Auflösung einfacher Gut-und-Böse Schemata und das Vermeiden eines eindeutigen Happyends zum Einsturz zu bringen.<br />
Fesselnd wird der Film jedoch erst durch die schauspielerische Leistung seiner bisher unbekannten Darstellerinnen Mo&#8217;Nique und Gabourey Sidibe.<br />
Mo&#8217;Nique, die als arbeitslose Mutter Mary ihre Tochter psychisch und physisch bis aufs Äußerste malträtiert, schafft es, beim Zuschauer Mitgefühl für die kleine liebesbedürftige Person hinter der brutalen Fassade zu erregen. Bleibenden Eindruck hinterlässt ihr atemberaubender Monolog gegen Ende des Films, in dem sie ihre unterlassene Hilfeleistung bei Precious Vergewaltigungen zu erklären sucht.<br />
Gabourey Sidibe, die vor ihrer Rolle als Precious nie vor der Kamera stand und eher zufällig beim Casting in Harlem landete, zeichnet das Porträt eines Mädchens, das trotz ihrer groben und zunächst sehr passiven Art sofort den Zuschauer für sich gewinnt. Durch den Film hindurch erhält sie der gescheiterten Schülerin eine bizarre Würde. Da Sidibe selber aus Harlem stammt und sich teilweise mit der Figur Precious identifizieren kann, bietet sie eine aufregende Authentizität.<br />
Besondere Vielschichtigkeit erreichen Film und Figuren durch unregelmäßige, gelungen eingebundene Flashbacks und Traumsequenzen, in denen man sowohl Szenen des Missbrauchs als auch Starruhm und Zweisamkeit mit ihrem Mathelehrer  miterlebt. Wie so oft lohnt es sich auch bei diesem Film, sich der englischen Originalfassung zu stellen.<br />
Mit ihrer nuschelnden, leisen und zurückhaltenden Sprache scheint Precious die überproportionale negative Aufmerksamkeit, die sie durch ihre Erscheinung generiert, umkehren zu wollen. Auch die Sprüche ihrer Klassenkameradinnen in der Sonderschule, sind auf Englisch komödiantische Würze für das ansonsten triste Umfeld.<br />
„Precious – das Leben ist kostbar“ ist ein außergewöhnlicher Film, der ein schmerzliches Bild der schwarzen New Yorker Unterschicht zeichnet, doch gleichzeitig durch zwischenmenschlichen Zusammenhalt in der Hoffnungslosigkeit zeigt, dass man kurz vor der Endstation mit Wille und Unterstützung doch noch umkehren kann.</p>
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