<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>freihafen.org &#187; Film</title>
	<atom:link href="http://www.freihafen.org/category/grosse-freiheit/film/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.freihafen.org</link>
	<description>Jugendmagazin aus Hamburg — Wir. Hier. Jetzt.</description>
	<lastBuildDate>Thu, 08 Dec 2011 09:54:23 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.4</generator>
		<item>
		<title>What a Matthias!</title>
		<link>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/1635-what-a-matthias</link>
		<comments>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/1635-what-a-matthias#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 27 Aug 2011 00:33:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janina-Christin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Große Freiheit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.freihafen.org/?p=1635</guid>
		<description><![CDATA[Zwei Rezensionen zum Kinostart von „What a man“ (25. August).
Gleich zwei Redakteurinnen wollten sich den Film "What a man" von und mit Matthias Schweighöfer nicht entgehen lassen, also haben wir zwei Rezensionnen. Zwei Frauen und ein Mann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gleich zwei Redakteurinnen wollten sich den Film &#8220;What a man&#8221; von und mit Matthias Schweighöfer nicht entgehen lassen, also haben wir zwei Rezensionnen. Zwei Frauen und Matthias.</p>
<p>Cosima Mattner:</p>
<p>Oh, wie hab ich mich gefreut auf die Pressevorführung von ‚What a man’- wie ein kleines Mädchen! Das Verlangen nach den ultimativen Teenie-Romanzen muss irgendwie in den weiblichen Genen codiert sein&#8230; Auf jeden Fall braucht Frau dann und wann mal einen Streifen frei nach ‚Notting Hill’.</p>
<p>Matthias Schweighöfer hat mit seinem Regiedebüt diese Filmkategorie bedient und die Problematik des Mannes 2.0 dargestellt, der seine ganz individuelle Männlichkeit finden will. Und zwar ist es bei ‚What a man’ kein schüchterner, verträumter Hugh Grant, sondern ein ziemlich bodenständiger, vernünftiger Alex, dem bei der Selbstfindung- und Fraufindung- geholfen werden muss. Der Trailer versprach einen amüsanten, peppigen Film, und da ich schon bei ‚Friendship’ sehr herzlich lachen musste, ging ich mit hoher Erwartung und Vorfreude in den Kinosaal&#8230;</p>
<p>Nun will ich nicht sagen, der liebe Matthias hätte mich enttäuscht- dass ich mich also geirrt hatte in der Annahme, er sei ein äußerst begabter Schauspieler und Komiker. Er  hat ja durchaus mein Verlangen nach –na ja- Schnulze gestillt!</p>
<p>Aber doch sehe ich in der dramaturgischen Konzeption des Films einen Schwachpunkt. Besonders zu Beginn gibt es streckenweise langwierige Szenen. Auch das Auftreten der Schauspieler wirkt anfangs etwas unkonzentriert und wenig überzeugend. Das mag daran liegen, dass es eine besondere schauspielerische Herausforderung ist, dem Zuschauer leider wenig originelle Dialoge originell zu präsentieren. Im Laufe des Films gibt sich diese Misere: Die Szenen werden knackiger und die Dialoge origineller. Ich musste herzlich lachen! Auffallend ist die sehr gelungene Abstimmung von Bild und Ton, meistens mit dem Titelsong ‚What a man’ von Linda Lyndell. Der Song ist peppig und lässt mitgrooven. Eine gefällige Wahl auf jeden Fall, doch hier ist die Songzeile „say it again now“ zu wörtlich genommen worden: Nach dem 10. Mal whataman kann man whataman nicht mehr so ganz hören. Aber egal, auch das verzeihe ich Matthi- ich liebe schließlich die 68er. Dass einige Gags des Films ziemlich albern sind, hat mich nicht gestört, da ich ja Frau bin, gerne kichere, und mein Zyklus gerade Liebeskomödie vorsah.</p>
<p>Die Moral von der Geschicht übrigens kann nicht oft genug gesagt sein (denn wie man weiß, vergisst Mensch schnell, viel und meist das Wichtigste&#8230;): Dass nämlich nur der glücklich und wahrhaft lieben kann, der sich selbst kennt, sein eigener Herr ist, und eben einfach seinen Mann steht.</p>
<p>Auch Sibel Kikeli als nettes, hübsches Sonnenscheinmädchen und niedliche, modische Kinder sieht man sich gern an, genauso wie geschmackvolle Wohnungen, gemütliche Frühstücks und lustige, liebevolle Großmütter.</p>
<p>Im Großen und Ganzen ist das alles also unterhaltsam und gefällig. Und an manchen Stellen wird einem das königliche, wissende Schmunzeln guten Geschmacks aus dem Bauch gekitzelt. Wenn Schweighöfer an dieser Stelle weiterkitzelt, wird’s nächstes Mal richtig gut.</p>
<p>Devina Elisa Skutnik:</p>
<p>Ein Anmachspruch sollte humorvoll sein und die Situation entspannen. Mit „Na, warst kacken?“ hat  Alex (Matthias Schweighhöfer) definitiv den falschen Spruch gewählt.<br />
Nachdem der junge Lehrer Alex von seiner Freundin Carolin (Mavie Hörbiger) mit dem Nachbarn betrogen und aus der Wohnung geworfen wird, versucht er mit der Hilfe seiner besten Freundin Nele (Sibel Kekilli) sich seiner „Männlichkeit“ bewusst zu werden und eine neue Frau zu finden. Leider hat die chaotische Nele eher Ahnung davon Pandas zu retten, als einem traurigen Mann bei seiner Selbstfindung zu untertützen. Zum Glück gibt es noch „Okke“ (Elyas M´Barek) der mit seinen verrückten Ideen, seinem Freund Alex auf die Sprünge hilft, und dabei leider auch für noch mehr Chaos sorgt.<br />
Im Rapperoutfit mit Sprühsahne, Brownies und Post-its, stellen sich Alex verschiedenen Situationen. Aufgaben, die es männlich zu meistern gilt. Doch die Schwierigste wird sein, sich seiner größten Angst zu stellen, um die Frau fürs Leben zu gewinnen.<br />
„What a man“ von und mit Matthias Schweighöfer, ist eine typische Liebeskomödie, super geeignet für einen Mädelsabend. Die Story ist leider etwas eintönig und es ist schon vorher klar was geschehen wird, doch durch witzige Sprüche und interessante Charaktere, ist der Film dennoch unterhaltsam.<br />
Ob Schiller, Fotograf oder als junger Lehrer -jede Rolle scheint zu Matthias Schweighöfer zu passen. Der smarte Boy lässt Mädchen Herzen höher schlagen und die Anzahl der Facebookfans, von aktuell über 485.000 Personen wird nach „What a man“ sich sicherlich noch deutlich erhöhen. Matthias Schweighöfer heißt der neue Till Schweiger, wir werden sicherlich noch viel von ihm hören.</p>
<p><a href="http://www.kino-zeit.de/filme/trailer/what-a-man">Kinotrailer ansehen</a></p>
<p>Fazit von Cosima Mattner: &#8221; Unterhaltsam, aber etwas unnötig.&#8221;</p>
<p>Fazit Devina Elisa Skutnik: &#8221; Trommelt eure Mädels zusammen und genießt diesen Film.&#8221;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/1635-what-a-matthias/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Eine Ode an die Schadenfreude</title>
		<link>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/871-eine-ode-an-die-schadenfreude</link>
		<comments>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/871-eine-ode-an-die-schadenfreude#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Oct 2010 08:51:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.freihafen.org/?p=871</guid>
		<description><![CDATA[Unsere Filmfee hat sich den Animationsfilm „Ich – Einfach unverbesserlich“ angeguckt und hat sich eines besseren belehren lassen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Es ist leichter einen Atomkern zu spalten, als ein Vorurteil.“ Schon Albert Einstein hat es gewusst: Jemanden eines Besseren zu belehren kann eine ziemlich knifflige Aufgabe sein. Daher ist es umso bezeichnender, dass ich diesmal nur allzu gerne meine eigene kleine Welt ein wenig modifiziert habe. Auslöser des Ganzen: Er hat mir gefallen, der neue – Achtung – komplett animierte Film von Universal Pictures „Ich – Einfach unverbesserlich“. Und wer hätte das gedacht? Da ich doch eine Verfechterin des Habtischen, eine Liebhaberin wahrer Schauspieler bin. Befürchtet, hatte ich einen Film, der vor allem gedreht wurde, um auf der 3D Welle mitzuschwimmen und allenfalls Kleinkinder begeistern könnte. Nun aber darf ich sagen: Universal Pictures triumphiert eindeutig über Konkurrent Sony und lindert ein wenig meine „post-Wolkig-mit-Aussicht-auf-Fleischbällchen-Schmerzen“.  Gru, der sich selbst gerne als furchterregenden Bösewicht charakterisiert, ist empört. Ein Grünfrosch der Schurkenbranche, der im Übrigen das perfekte Abbild eines Versagers darstellt, hat doch tatsächlich den bisher größten Diebstahl der Menschheit vollbracht: Vector hat die Pyramide von Gizeh gestohlen und durch eine aufblasbare Attrappe ersetzt.  Um den angekratzten Stolz wieder auf Hochglanz zu polieren, plant unser Titelheld, so darf man ihn wirklich nennen, einen ganz außergewöhnlich größenwahnsinnigen Coup: Er will den Mond in seinen Besitz bringen und somit alles bisher existierende Übel in den Schatten stellen.  Der monströsen Ausmaße des begehrten Objektes geschuldet, ist es zunächst allerdings unbedingt erforderlich einen Schrumpfstrahler zu ergaunern – eine Aufgabe die Gru nicht ganz freiwillig zum Adoptivvater dreier entzückender Mädchen macht, die ihm nach und nach sein wahres ‚Ich’ entlocken können. „Ich – einfach unverbesserlich“ ist in der Tat, was der Titel vorgibt. Voller Selbstironie, Schadenfreude, Sarkasmus und kritischem Humor weiß er ein erwachsenes Publikum zu begeistern. Ein animierter Film der mühelos in den „Ice Age – Findet Nemo – Olymp aufsteigen kann und wird. Endlich darf man wieder herzhaft lachen. Endlich wird ein Urinstinkt des Menschen befriedigt. Eine wohlige Wärme breitet sich aus, wenn es ordentlich Anlass zur Schadenfreude gibt. Denn Gru ist nicht einfach böse. Eine adäquate Bezeichnung ist vielmehr „fies“. Egal was er tut, anfänglich schaut jede seiner Handlungen doch immer nach einer netten Geste aus, bis es dann die „rechte Gerade“ gibt – hervorragend. Doch nicht nur Produzent Chris Meledandris kann durch seinen speziellen Witz überzeugen. Auch die deutschen Kollegen haben sich bei der  Auswahl der Synchronstimmen profiliert. Wiederum allen Erwartungen zum Trotz passt Jan Delays Stimme wunderbar zu seiner Filmfigur, was maßgeblich an dessen Interpretation liegt. Der Zuschauer wird nicht etwa durch monotones Quäken geplagt, sondern bekommt dies dezent, man möchte sagen, in perfekter Dosis geliefert. Ach ja, und um in diese Richtung etwas Milde walten zu lassen: An einigen Stellen ist man dann doch ganz heimlich von den noch nicht vollkommen zur Gewohnheit gewordenen 3D-Effekten verzückt.</p>
<p>FOTO: © 2009 Universal Studios. ALL RIGHTS RESERVED.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/871-eine-ode-an-die-schadenfreude/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kurzer Abwasch</title>
		<link>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/789-kurzer-abwasch</link>
		<comments>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/789-kurzer-abwasch#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 10:32:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.freihafen.org/?p=789</guid>
		<description><![CDATA[Ölpest, Wortbruch in NRW, Schulreform – bitte? Eine Vampirarmee kommt übers Land, darüber muss man sich Gedanken machen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wäre falsch, „Bis(s) zum Abendrot“, den dritten Teil der „Twilight-Saga“ so zu bewerten, wie jeden anderen Film. Die Kritik könnte missverstanden, könnte auf die Produzenten abgewälzt werden.<br />
Deshalb ganz wichtig: Mit Sicherheit haben die Filmemacher unter Hochdruck gearbeitet, alles versucht, ihr Bestes gegeben. Dass eine schlechte Vorlage dennoch nicht zum Hit avanciert, erklärt sich von selbst. Ein Minus in der Kasse wird dies trotzdem nicht hinter sich ziehen. Denn all die kreischenden Teenies, die die Erfüllung sämtlicher, pubertierender Sehnsüchte auf Edward projizieren, werden auch auf diesen Film zu Tausenden einstürmen. </p>
<p>Im dritten Teil der Vampir Saga wird von den bösen Vampiren eine Armee rekrutiert, die Bella (Kristen Stewart) um die Ecke bringen soll. Als die Cullens, ihrerseits  hochmoralische Vampire, allmählich ihre Felle wegschwimmen sehen, beschließen sie mit den Wölfen gemeinsam für Bella zu kämpfen.<br />
Ebenso wichtig wie diese Schlacht, ist das Gefühlschaos Bellas. Sie bettelt darum Vampir zu werden und fummelt hartnäckig an Edward (Robert Pattinson) herum, welches sie nicht davon abhält Jacob (Taylor Lautner) anzuschmachten.</p>
<p>Was sich Autorin Stephanie Meyer im Übrigen dabei gedacht hat, die Werwölfe bei jeder Gelegenheit zu glorifizieren, Vampire jedoch negativ zu porträtieren, bleibt ihr Geheimnis.<br />
Immerhin ist diese Stimmung trefflich filmisch umgesetzt. Eine Myriade von Szenen zeigt Jake durchtrainiert, halb nackt und gebräunt, nie eine Möglichkeit auslassend, den blassen Edward in Kontrast zu bringen. Sehr nervig und vollkommen überzogen. Doch gerade diese Szenen dürften die Kinderchen in Ekstase versetzen. Denn Einstimmig sind sie aus den Reihen dieser zu hören: Liebesbekundungen und Babywünsche – alles ist so wie immer. Und wieder bahnt sich der GAU an. Dann nämlich, wenn einer der männlichen Hauptdarsteller Robert Pattison oder Taylor Lautner sich von seinem Ruf trennt und auch mal eine Beziehung zugibt. Man sollte sich halt nicht in die Pubertät einmischen, dass haben schon etliche Boygroups schmerzlich erfahren.<br />
Zudem ist es störend, dass man den neuesten Volvo praktisch auf die Netzhaut eingebrannt bekommt – ich muss doch schon sehr bitten: Product Placement geht auch geschickter!</p>
<p>Ernüchterndes Fazit bleibt diesmal: Die Produzenten konnten aus Stephanie Meyers literarischem Fehlgriff keinen Diamanten zaubern und, viel erschreckender, durch die bedingungslose Vereehrung tausender Teenager rund um den Globus wird „Bis(s) zum Abendrot“ schließlich noch als „wertvoll“ aufgegriffen werden – zumindest von naiven Gemütern..</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/789-kurzer-abwasch/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Männer al dente“</title>
		<link>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/787-%e2%80%9emanner-al-dente%e2%80%9c</link>
		<comments>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/787-%e2%80%9emanner-al-dente%e2%80%9c#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 10:25:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.freihafen.org/?p=787</guid>
		<description><![CDATA[Große Leistung im heimeligen Ambiente – „Männer al dente“ lockt die Hamburger in ihre Programmkinos ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Hamburger Programmkinos wirken durch ihre intellektuelle Atmosphäre trotz des Hollywood Flairs auf den Otto-Normal-Verbraucher oft abschreckend. Anspruchsvolle Filme scheinen nicht mit dem Bild eines typischen Kinoabends konform zu gehen. Wenn man sich dann auch noch eine verhältnismäßig kleine Produktion anschauen soll… Ja, darf man denn im Abaton, Holi oder Streit’s überhaupt Popcorn mampfen, lauthals Lachen, in der letzten Reihe knutschen? Na klar. Und bei Filmen wie „Männer al Dente“ fällt es auch gar nicht schwer daran zu glauben.<br />
Die weitgehende Unbekanntheit der Schauspieler und der Mangel amerikanischer Beteiligung stören kein bisschen. Im Gegenteil: Italienisches Lebensgefühl, liebevoller Witz und stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen machen den neuen Film von Ferzan Ozpetek zu einem lohnenden Stück Filmkultur.<br />
Tomaso (Ricardo Scamarcio) ist der Jüngste von Dreien und zu Besuch im elterlichen Haus. Seine Familie ist in Besitz einer traditionsreichen Nudelfabrik und erwartet nach Abschluss des Studiums in Rom eine Beteiligung ihres Nesthäkchens im Unternehmen.<br />
Dass Tomaso eigentlich nicht BWL sondern Literatur studiert hat, schwul ist und keinesfalls plant sich elterlichen Wünschen zu unterwerfen, ist unvorstellbar. Doch Tomaso möchte sich endlich offenbaren. Um sicherzustellen, dass sein Vater ihn wutentbrannt verjagt, plant der Freiheitsdürstende eine Rede zum abendlichen Familienessen. Am reich gedeckten Tisch, zwischen Plaudereien, Scherzen und froher Stimmung erklingt das Klopfen von Silber an Kristall…<br />
Herrlich: Mit „Männer al dente“ erscheint genau zur rechten Zeit ein Film der sich ins Stimmungsbild fügt, wie es kein anderer vermag. Höchsttemperaturen, pralle Sonne, la dolce Vita eben – Italien, wir kommen!<br />
Manch einer mag fragen: Bei dem Wetter ins Kino? Aber bitte, es gibt doch auch noch Abende und sowieso: Das Kino ist klimatisiert, wir befinden uns im telegenen Sommerloch und die WM ist nun auch durch, durch, durch.<br />
Deswegen ist ein Besuch umso dringlicher. Davon abgesehen rechtfertigt sich der Film schon auf Grund des nicht zu verachtenden Aussehens Ricardo Scamarcios. Stimmt er nicht, der uralt Spruch: Alle gut aussehenden Männer sind entweder schwul oder vergeben?<br />
Doch zurück zum Film.<br />
Bis auf die zuweilen äußerst unangenehme Kameraführung – nein, ich habe keine Freude an Übelkeit durch endlose Karussellsimulationen – gibt es kaum Schwachstellen. Das Thema der „Outingproblematik“ ist liebevoll aufgegriffen und, von einer unnötigen Szene abgesehen, ist auch Tomasos Homosexualität nicht humoristisch ausgereizt.<br />
Ein letzter, ungern erwähnter, Hinweis für die heterosexuelle Männerwelt: Auch für sie ist gesorgt – Nicole Grimaudo gibt, die Zielgruppe komplimentierend, das perfekte Abbild der drallen Vollblutitalienerin.<br />
Homos, Heteros, Unentschlossene: Stört euch an der Hitze nicht – stürmt die Kinos!  </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/787-%e2%80%9emanner-al-dente%e2%80%9c/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Avatars Rückkehr</title>
		<link>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/766-avatars-ruckkehr</link>
		<comments>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/766-avatars-ruckkehr#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 13:40:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.freihafen.org/?p=766</guid>
		<description><![CDATA[Am 2. September kommt der Film erneut in die deutschen Kinos - eine Ankündigung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sci-fi Fans aufgehorcht: „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ kommt am 2. September erneut in deutsche Kinos. Nach klammheimlichen Rückfragen peinlich berührter Bürger, welche es bisher nicht in den Pionier des 3D Kinos geschafft haben, wird er nun noch einmal in allen drei Dimensionen gezeigt.<br />
Das Beste dabei: Auch eingefleischte Fans dürfen dem Termin entgegenfiebern – länger in Pandora verweilen, ein Wunsch dem Produzent James Cameron pflichtbewusst nachgekommen ist. Die neue Version ist ganze 8 Minuten reicher.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/766-avatars-ruckkehr/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Sex and The City 2“ – Sex: ja, City: nein</title>
		<link>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/740-%e2%80%9esex-and-the-city-2%e2%80%9c-%e2%80%93-sex-ja-city-nein</link>
		<comments>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/740-%e2%80%9esex-and-the-city-2%e2%80%9c-%e2%80%93-sex-ja-city-nein#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 May 2010 10:55:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.freihafen.org/?p=740</guid>
		<description><![CDATA[Toller Soundtrack, gelungener Trailer, all unsere Stars in erster Reihe und trotzdem der Gipfel aller Übertreibung. Eine Rezension zu dem vorsommerlichen Ereignis der Frauenwelt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwischen Bundesliga und WM, nach  „Kuranyi Aus“ und „Ballack Foul“, hat die Aussicht auf ein Ereignis der Frauenwelt stets Trost gespendet. „Sex and The City 2“ sollte unser Pauli Aufstieg sein, sollte uns Kraft geben und den Rest des Fußballsommers überstehen helfen.<br />
Die Zeichen standen gut: Toller Soundtrack („Empire State of Mind“ &#8211;  Jay-Z feat. Alicia Keys), gelungener Trailer, all unsere Stars in erster Reihe. Doch am Ende kann auch dieser 2. Teil dem ewigen Fluch der Fortsetzung nicht entrinnen.<br />
Die nun zweite Weiterführung des Großstadt Tamtams lässt zwar häufiger den Charakter der Serie durchblicken als der enttäuschende erste Teil, kennzeichnet allerdings zugleich den Gipfel aller Übertreibung. Natürlich wollen wir ein wenig in die Welt des Luxus eintauchen, doch mit Überfluss zugeschmissen werden, das ist so unnötig wie verwerflich. Konsum pur – auf Dauer anstrengend und ermüdend.<br />
Obwohl man, durch den ersten Teil gewarnt, eigentlich nichts anderes erwarten konnte, ist der altbekannte Ausspruch „die Hoffnung stirbt zuletzt“ eben doch noch zutreffend. Warum nicht einfach so weitermachen wie in der Serie? Ob die Verantwortlichen die Titulierung „Film“, die Anbindung an Hollywood wohl überbewerten? Ob sie das Gefühl hatten etwas ganz Besonderes, Strahlendes, Herausragendes kreieren zu müssen? Wenn dem so ist, kann ich nur sagen: Weit über das Ziel hinausgeschossen.<br />
Was hätte ich für eine würdige Fortsetzung der Kultserie gegeben? Am schmerzhaftesten ist dabei noch zu wissen:  Es hätte bloß eines Quäntchens bedurft, einen wahnsinnig guten Film abzuliefern!<br />
Das mehr als aufdringliche ‚Product Placement’ gestrichen, die Haupthandlung nach New York, eben die City verlegt, und zu guter letzt ein Fünkchen weniger dem Mammon gefrönt. Ergeben hätte sich ein Film, der gefällt &#8211; ohne Perfektion fürchten zu müssen: Von der Bestleistung trennen Szenen,  wie etwa der außerordentlich peinliche Gastauftritt Liza Minellis, die in einem Versuch jung zu wirken um zusätzliche 20 Jahre altert.<br />
Wer sich nun im Übrigen zu wundern beginnt, an welcher Stelle die Handlung Erwähnung findet, voilas: Carrie (Sarah  Jessica Parker) und Big (Chris Noth) hadern mit ihrem traditionsfernen Verständnis der Ehe, Miranda (Cynthia Nixon) versucht Job und Familie zu vereinbaren, Samantha (Kim Catrell)  kämpft gegen die Zeit und, ein innovativer Lichtblick: Charlotte (Kristin Davis) verzweifelt an ihren Kindern. Was vollkommen anders ist als gewohnt: Die meisten der 147 Minuten spielt „Sex and The City 2“ fernab der City &#8211; in Abudabi. Abudabi? Genau. Was das soll? Ich sage: Die Drehbuchautoren wollten die vier Protagonisten noch einmal so zeigen, wie wir sie kennen: Ungebunden, unabhängig, frei. New York, nach jeder Menge Happy Ends nun ungeeignet, musste weichen. Bis auf die unverbesserliche Samantha sind inzwischen schließlich alle fest gebunden, leben in engen Strukturen. Abudabi wird somit gewissermaßen zur Grauzone, zu einem Land in dem andere Regeln gelten, in dem Probleme in den Hintergrund rücken sollen. Das dies nicht so ganz klappt ist natürlich von Anfang an klar, denn wann hat eine Frau schon mal all ihre Sorgen vergessen?<br />
Nach aller Kritik folgt nun allerdings ein abgrundtiefer Blick in die medien- und modevernarrte Seele: Ich möchte diesen Film um keinen Preis missen. Denn was die Macher meiner allzeitbeliebtesten Serie damals geschaffen haben, lugt auch in dem neuen Streifen ansatzweise durch und beschert so zuweilen das Lebensgefühl, für welches zu leiden ich bereit bin. Deshalb kann ich abschließend nur sagen: Für all diejenigen, die alle Staffeln „Sex and The City“ im Regal stehen haben, die Carrie, Miranda, Samantha und Charlotte schon beinahe als eigene Freundinnen ansehen, für diejenigen führt in nächster Zeit kein Weg am Kino vorbei.<br />
Noch eine Randnotiz: FSK 12 – ein absoluter Fehlgriff. Neben einer Irritation durch unverschleierte Sexszenen ist es ferner auszuschließen, dass 12 oder 13 Jährige die Komik des Filmes verstehen, die Gefühle der Darsteller nur ansatzweise nachvollziehen können. Und überhaupt: Woher sollen derart  junge Besucher Hintergrundwissen nehmen – die Serie durfte man schließlich stets erst mit 16 konsumieren.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/740-%e2%80%9esex-and-the-city-2%e2%80%9c-%e2%80%93-sex-ja-city-nein/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Robin Hood“- ja, wo bist du denn nun eigentlich?</title>
		<link>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/724-robin-hood%e2%80%9c-ja-wo-bist-du-denn-nun-eigentlich</link>
		<comments>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/724-robin-hood%e2%80%9c-ja-wo-bist-du-denn-nun-eigentlich#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 16 May 2010 14:09:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.freihafen.org/?p=724</guid>
		<description><![CDATA[Von den Reichen nehmen, um den Armen zu geben. Ein Leitsatz der unter dem Gesichtspunkt der vorherrschenden wirtschaftlichen Situation ein wahrer Publikumsmagnet sein sollte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von den Reichen nehmen, um den Armen zu geben. Ein Leitsatz der unter dem Gesichtspunkt der vorherrschenden wirtschaftlichen Situation ein wahrer Publikumsmagnet sein sollte. Alles schimpft auf die bösen Reichen und welcher Held, wenn nicht er, wäre geeigneter um Maskottchen dieser Entwicklung zu werden? Robin Hood, der bekannteste Verfechter sozialer Gerechtigkeit kommt gerade im rechten Augenblick auf die Leinwand und wird seinen Machern, durch die Umstände gesegnet, wohl mehr Zuschauer als erwartet bescheren.<br />
Nur zu, denn, optimistisch gedacht, tritt am Ende tatsächlich ein, worauf alle hoffen: Aufschwung.  Auch gut gefüllte Kinokassen kurbeln die Wirtschaft an.<br />
Ob die neueste Verfilmung der britischen Uralt Saga gefällt, scheint von der Erwartungshaltung des Zuschauers abhängig. Geht man ins Kino um Robin als Wegelagerer zu erleben, um zu verfolgen wie Mr. Hood gar edelmütig die erbeuteten Schätze an Arme verteilt, dann ist man in Ridley Scotts’ Film („Gladiator“, „American Gangster“, „Königreich der Himmel“) eindeutig falsch. Keine Spur vom „Helden in grünen Strumpfhosen“.<br />
Dieser „Robin Hood“ zeigt eine mögliche Vorgeschichte. Ein Detail welches sich allerdings erst in den letzen Minuten des Filmes aufklärt. Bis dahin heißt Robin Hood nicht Hood und kämpft viel mehr gegen den König Englands als gegen den Sheriff von Nottingham, der sich gekonnt in eigener Regie disqualifiziert.<br />
Doch nun einmal ganz von vorne.<br />
Eingeleitet wird der Film auf dem Schlachtfeld. König Richard Löwenherz (Danny Huston) plündert auf seinem Rückweg nach England sämtliche Burgen Frankreichs und wird schlussendlich mit dem Tode bestraft – ganz banal durch den Pfeil eines gewöhnlichen Schützen. Vollkommen überraschend sind sämtliche Attentatspläne auf den ungeliebten Monarchen überflüssig, welches jedoch keine Besserung der nationalen Lage bedeutet. Im Anschluss wird nämlich dessen überaus widerwärtiger, narzisstischer Bruder (Oscaar Isaac) gekrönt.<br />
Robin (Russel Crowe), der als Bogenschütze im Krieg involviert war, gelangt nun durch eine auffallend lange Anreihung glücklicher Zufälle nach Nottingham. Eine Heimat, welche ihm als solche nicht bekannt ist – Robin weiß nichts über seine Herkunft, hält sich lediglich an Erinnerungsfetzen fest.<br />
Wichtig ist vorerst, dass Robin, auf Wunsch des hinterbliebenen Vaters (Max von Sydow) von Sir Robert Loxley in dessen Rolle schlüpft. Neben viel Land, existenziellen Sorgen und verzweifeltem Gesinde bedeutet dies auch Gemahl der Witwe Lady Marion (Cate Blanchett) zu werden. Wie praktisch, dass man sich gleich zu Anfang alles andere als abgeneigt gegenüber steht.</p>
<p>Irritierend ist, dass Robin Hood, wider aller Logik, nicht die Hauptfigur darstellt.  Im Mittelpunkt steht die Entwicklung Englands, zu der die verschiedenen Charaktere ihren ganz eigenen Teil beitragen. Niemand sticht hervor, kein Part scheint wichtiger als der andere. Ja man könnte sogar sagen, Russel Crowe musste weniger Text lernen als die meisten seiner Kollegen. Überzeugen tut er trotzdem. Er gibt gekonnt den Kinotitan &#8211; durchaus angebracht, lässt man sich nur mal einige seiner aktuellsten Filme durch den Kopf gehen: „American Gangster“, „State of Play“, „Der Mann, der niemals lebte“.<br />
Anecken tut  der Film dennoch. Dient er als Plattform der Filmindustrie, als Werbemöglichkeit für Caster, Schauspieler und Regisseur, die allesamt beweisen:  Ja, wir können es?! Denn in einem Film über Robin Hood, der diesen zur Nebenfigur degradiert und auch sonst nur eine gefährlich dünne Haupthandlung anbietet, fragt sich der Zuschauer schon, was man da eigentlich beabsichtigt. Sämtliche Elemente des Filmes sind zwar gut gelungen, bilden aber keine Einheit sondern co-existieren. Schwer fällt deshalb auch eine Entscheidung über die schätzungsweise 8€ und den freien Abend – will ich cineastisches Handwerkszeug bestaunen, oder mich doch lieber ganz herkömmlich unterhalten lassen? Eine Charakterfrage, die sich schnell beantworten lässt – schon mal für den Abspann sitzen geblieben?!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/724-robin-hood%e2%80%9c-ja-wo-bist-du-denn-nun-eigentlich/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Precious“ – ist das Leben wirklich kostbar?</title>
		<link>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/661-%e2%80%9eprecious%e2%80%9c-%e2%80%93-ist-das-leben-wirklich-kostbar</link>
		<comments>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/661-%e2%80%9eprecious%e2%80%9c-%e2%80%93-ist-das-leben-wirklich-kostbar#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 10:01:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.freihafen.org/?p=661</guid>
		<description><![CDATA[In einem Klima der Gewalt und Vernachlässigung scheint sich das Kostbare am Leben vor der jungen Precious aus Harlem zu verstecken. Ihren Träumen auf der Spur, beginnt sie Stück für Stück ihre Lebensfreude zu enthüllen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die 16-jährige Claireece Jones hat den Vogel abgeschossen, der einen zum Verliererdasein in unserer Gesellschaft verdammt. Ihr Rufname Precious ist reinster Zynismus. Schwer übergewichtig und gehänselt von der ganzen Klasse muss die junge Afroamerikanerin aus Harlem, ohne grundlegende Rechen- und Schreibfertigkeiten die High School verlassen, nachdem herauskommt, dass sie bereits das zweite Mal schwanger ist. Was niemand weiß ist, dass beide Schwangerschaften die Folge von jahrelangem Missbrauch durch den eigenen Vater sind. Von der Mutter verachtet und misshandelt gibt es für Precious Lebensweg nur noch eine Richtung: Steil bergab! Als sie sich, um ihrer Mutter Sozialhilfe zu sichern, auf einer Sonderschule für Schulabbrecher anmeldet, trifft sie auf ihre letzte Chance in Form einer jungen, unerschütterlichen Lehrerin, die sich ihrer annimmt.<br />
Regisseur Lee Daniels, der bereits 2002 mit seinem Debüt &#8220;Monster&#8217;s Ball&#8221; Halle Berry den Aufstieg in den Oscar-Olymp bereitete, wurde nun selbst in den Kategorien &#8220;Film&#8221; und &#8220;Regie&#8221; nominiert. Vorlage für den Film war der Roman &#8220;Push&#8221; der New Yorker Schriftstellerin Sapphire, die als Sozialarbeiterin und Lehrerin in sozialen Brennpunkten eigene Erfahrungen in ihre Erzählung einfließen ließ.<br />
Während das grobe Konstrukt um Precious persönlichen Kampf und ihre letzte Chance noch sehr hollywoodkonform daherkommt, weiß Daniels es durch die Auflösung einfacher Gut-und-Böse Schemata und das Vermeiden eines eindeutigen Happyends zum Einsturz zu bringen.<br />
Fesselnd wird der Film jedoch erst durch die schauspielerische Leistung seiner bisher unbekannten Darstellerinnen Mo&#8217;Nique und Gabourey Sidibe.<br />
Mo&#8217;Nique, die als arbeitslose Mutter Mary ihre Tochter psychisch und physisch bis aufs Äußerste malträtiert, schafft es, beim Zuschauer Mitgefühl für die kleine liebesbedürftige Person hinter der brutalen Fassade zu erregen. Bleibenden Eindruck hinterlässt ihr atemberaubender Monolog gegen Ende des Films, in dem sie ihre unterlassene Hilfeleistung bei Precious Vergewaltigungen zu erklären sucht.<br />
Gabourey Sidibe, die vor ihrer Rolle als Precious nie vor der Kamera stand und eher zufällig beim Casting in Harlem landete, zeichnet das Porträt eines Mädchens, das trotz ihrer groben und zunächst sehr passiven Art sofort den Zuschauer für sich gewinnt. Durch den Film hindurch erhält sie der gescheiterten Schülerin eine bizarre Würde. Da Sidibe selber aus Harlem stammt und sich teilweise mit der Figur Precious identifizieren kann, bietet sie eine aufregende Authentizität.<br />
Besondere Vielschichtigkeit erreichen Film und Figuren durch unregelmäßige, gelungen eingebundene Flashbacks und Traumsequenzen, in denen man sowohl Szenen des Missbrauchs als auch Starruhm und Zweisamkeit mit ihrem Mathelehrer  miterlebt. Wie so oft lohnt es sich auch bei diesem Film, sich der englischen Originalfassung zu stellen.<br />
Mit ihrer nuschelnden, leisen und zurückhaltenden Sprache scheint Precious die überproportionale negative Aufmerksamkeit, die sie durch ihre Erscheinung generiert, umkehren zu wollen. Auch die Sprüche ihrer Klassenkameradinnen in der Sonderschule, sind auf Englisch komödiantische Würze für das ansonsten triste Umfeld.<br />
„Precious – das Leben ist kostbar“ ist ein außergewöhnlicher Film, der ein schmerzliches Bild der schwarzen New Yorker Unterschicht zeichnet, doch gleichzeitig durch zwischenmenschlichen Zusammenhalt in der Hoffnungslosigkeit zeigt, dass man kurz vor der Endstation mit Wille und Unterstützung doch noch umkehren kann.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/661-%e2%80%9eprecious%e2%80%9c-%e2%80%93-ist-das-leben-wirklich-kostbar/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Cop Out – typisch!</title>
		<link>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/655-cop-out-%e2%80%93-typisch</link>
		<comments>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/655-cop-out-%e2%80%93-typisch#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 10 Apr 2010 13:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.freihafen.org/?p=655</guid>
		<description><![CDATA[Bruce Willis. Bei diesem Namen ist der Charakter des Filmes eigentlich schon klar. Allerdings in einem ganz anderen Umfeld: Zwischen Klamauk, geltungsbedürftigen Jungschauspielern und einigen gelungenen Gags.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Zwinkern hier, ein neckischer Blick dort. Augenrollen kombiniert mit der Ahnung eines Lächelns, einatmen. Das ist er: Bruce Willis. Umgeben von der Aura des starken Mannes, angehimmelt von ach so vielen Frauen, beneidet von den männlichen Wesen unserer Schöpfung und ausdrucksstark wie eh und je. Schon in der allerersten Szene von „Cop Out – Geladen und Entsichert“ darf man dahin schmelzen, darf ihn genießen, vergöttern, anhimmeln – Bruce Willis wird seinem Ruf gerecht inszeniert und befriedigt alle Erwartungen. Was allerdings anders ist als sonst: Bruce ist gealtert, merklich. Eine Feststellung, die ein wenig beunruhigt, denn schließlich wollen wir ihn nie, niemals in den Ruhestand schicken &#8211; unseren Actionadonis Nummer 1.<br />
Obwohl Bruce auch ganz alleine 107 Minuten unterhalten kann, ist er diesmal einer von zweien. Der neue Film von Regisseur Kevin Smith ist ein Buddy-Cop-Movie, der neben zahlreichen Gags „a la minute“ nicht ganz ohne Klamauk auskommt. So gibt es keine Szene in der Bruce’s Partner Tracy Morgan („Superhero Movie“, „Spiel ohne Regeln“) nicht den schwarzen, einfältigen und vollkommen überdrehten Cop mimt. Nur ein Beispiel des Ausreizens alt bekannter Klischees.<br />
Doch vorerst genug der Kritik. Zwar kann sich „Cop Out“  nicht mit einer besonders ausgefeilten Handlung rühmen, erwähnt werden soll sie aber dennoch.<br />
Jimmy (Bruce Willis) und Paul (Tracy Morgan) sind seit Ewigkeiten Partner im NYPD, ein eingespieltes Team und wahre Freunde. Als sie allerdings vorläufig vom Dienst suspendiert werden, gerät Jimmy in arge Probleme. Seine Tochter will in Kürze cinderellagleich heiraten – ein kostspieliger Wunsch, dem Jimmy jedoch auf jeden Fall nachkommen will. Vor allem weil der Kindheitstraum seines kleinen Engels ansonsten vom großkotzigen, reichen Stiefvater bezahlt würde. Um seine Ehre zu wahren, entschließt sich Jimmy eine wertvolle Baseballsammelkarte zu verkaufen. Als ihm diese gestohlen wird, setzt er alles daran seinen Besitz wiederzuerlangen.<br />
Paul kämpft derweil an einer ganz anderen Front: Ehefrau Debbie scheint eine Affäre zu haben – autsch! Um sich absolut sicher zu sein, tut Paul so ziemlich alles und schlägt damit regelmäßig über die Stränge.<br />
Was auffällig ist: Bruce spielt ein weiteres Mal den in die Tochter vernarrten, geschiedenen, vermeintlich lasterhaften Kerl, der es sich um nichts in der Welt nehmen lassen will, alles Erdenkliche für den Nachwuchs zu leisten. Eine alte Geschichte, die zu verfolgen überhaupt nicht mehr nötig ist. Bruce Willis ist längst in die Herzen der Kinobesucher vorgedrungen und bedarf daher nicht derartiger Rührseligkeiten.<br />
Auch Sean William Scott („Vorbilder?!“, „American Pie“) kann, obwohl nur in einer Nebenrolle zu sehen, die Sympathien auf seine Seite ziehen. Erstaunlich, denn in der Rolle des leicht heruntergekommenen, aber immerhin gewitzten Ganoven versteht er es, Tracy und bald auch die Zuschauer in den Wahnsinn zu treiben – hat euch schon einmal jemand ernsthaft versucht zu nerven?!<br />
Neben derartigen Leistungen gibt es allerdings auch schauspielerische Enttäuschungen. Adam Brody, der in „O.C. California“ stets durch Mimik und Gestik begeisterte, scheint auf die Rolle des intelligenten aber ganz und gar nicht lässigen Knaben festgetackert.  Er spielt exakt so, wie in der Teenieserie – k.o.- Kriterium für eine Karriere?(.)<br />
Die aufmerksamkeitsverwöhnten Darsteller in den Hintergrund gerückt, ist noch zu sagen: Gelungene Auswahl der Filmmusik, netter Wortwitz, Selbstironie und mindestens eine Weisheit die es sich lohnt weiterzutragen. Nach einem Streit zwischen Jimmy und Tracy und der Frage, ob es nun noch lange bis zur Versöhnung dauere, entgegnet Bruce: „Man, nein, sind wir in der 5.? Du bist mein Partner!“ – wie wahr! Wozu braucht der Mensch neben allen Sorgen schließlich noch aufgebauschte Zänkereien und dauerbeleidigte Freunde? Dann doch lieber eine ordentliche Portion Ami-Cop-Komödie – trotz allen Klamauks.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/655-cop-out-%e2%80%93-typisch/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Greenberg“ – Ben Stiller, bist du’s wirklich?</title>
		<link>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/627-%e2%80%9egreenberg%e2%80%9c-%e2%80%93-ben-stiller-bist-du%e2%80%99s-wirklich</link>
		<comments>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/627-%e2%80%9egreenberg%e2%80%9c-%e2%80%93-ben-stiller-bist-du%e2%80%99s-wirklich#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Apr 2010 13:48:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.freihafen.org/?p=627</guid>
		<description><![CDATA[Das Leben ist mitnichten perfekt - wohl eher passabel: „Greenberg“ ist kein Film den man sieht, um dem Trott zu entfliehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ben Stiller – das steht für  skurrile, ins Lächerliche gezogene, meist peinliche Gags, zu tausend aneinander gereiht und im Grunde überflüssig. Wer bei „Meine Braut ihre Schwiegereltern und ich“ noch angenehm belanglos auf seine Kosten kam, dürfte von „Nachts im Museum“ schon eher entsetzt gewesen sein und fortan stets bemüht den Namen des Hauptdarstellers zu umschiffen.<br />
Verständnis also all denjenigen, welche bei der Ankündigung des neuen Tobis’ Filmes „Greenberg“ erst einmal versucht waren die Flucht zu ergreifen: Ben Stiller in der Hauptrolle – muss das denn sein? Wer allerdings in genau diesem Moment das Nötige Maß an Leidensbereitschaft gezeigt hat, durfte sich freuen. Denn in Noah Baumbachs Film über das ungeschönte Leben wird der Zuschauer wohl zum ersten Mal des schauspielerischen Talents Ben Stillers gewahr. Dieser zeigt sich in einer für ihn höchst untypischen Rolle – ganz ruhig, ganz unaufgeregt, ganz echt.<br />
Roger Greenberg (Ben Stiller), ledig, depressiv und etwas orientierungslos, ist gerade aus der Klinik entlassen und soll nun sein Leben weiterführen – doch wie? Eine weltbewegende Idee hat er nicht, doch das stört im Grunde kaum: Greenberg entschließt sich ganz einfach, „nichts“ zu tun. Und das zunächst im Haus seines Bruders in L.A., auf das er während dessen Abwesenheit aufpassen soll. Kein schlechtes Angebot, denn neben freier Kost und Logis gibt es da noch Florence (Greta Gerwig), Nanny der Familie, die jederzeit auf Abruf bereit steht. Außerdem könnte Roger in L.A. endlich einstige Kameraden treffen und sich an die „guten, alten Zeiten“ erinnern. Nach seiner Ankunft wird jedoch schnell klar: Roger ist anders. Alltägliches fällt ihm schwer, der Umgang mit Florence ist verkrampft und mit den Freunden von früher verbindet ihn nur noch seine Erinnerung. Greenberg scheint den Absprung aus der Jugend als einziger nicht absolviert zu haben. Während sein Umfeld die wilden Jahre hinter sich gelassen und ein bodenständiges Leben aufgebaut  hat, schwebt Greenberg praktisch im schwerelosen Raum. Kein Wunder also, dass er sich schnell auf die 25jährige Florence fokussiert. Sie ist wie Greenberg weitestgehend orientierungslos, mit dem Unterschied, dass sie noch an eine tiefere Bedeutung des Lebens glaubt. Obwohl Greenberg und Florence, die 15 Jahre Altersunterschied nicht beachtet, hervorragend zusammen passen müssten, muss der Zuschauer bei jeglichen Einblicken in ihre Beziehung mitleiden. Vor allem die verkrampften Intimitäten fördern intensivstes Fremdschämen zu Tage. Hier wird eindeutig klar: Dies ist kein typischer Hollywood Film. Die Protagonisten schweben nicht auf „Wolke 7“, sondern finden eher aus Solidarität zusammen. Sie haben keinen perfekten Sex, sie sehen nicht überirdisch schön aus. Tatsächlich sind sogar sämtliche Pickel zu finden, die Kunde von Designeroutfits scheint nicht zu den Charakteren vorgedrungen und ihr Leben lässt sich endlich einmal mit dem allgemeinen Verständnis von „Alltag“ vereinbaren.<br />
Unterstützt wird die Handlung durch einen geschickten Einsatz der Filmmusik. So vermittelt, etwas absurd, gerade die musiklose erste Szene sehr gelungen die natürliche,unaufgeregte Atmosphäre und stimmt den Zuschauer optimal auf ein Stück „Realität“ ein.<br />
„Greenberg“ ist kein Film den man sieht, um dem Trott zu entfliehen. Er stellt keinen Urlaub vom Alltag dar und ruft auch nicht dazu auf, das eigene Leben umzukrempeln in der Hoffnung etwas „ganz großes, gewichtiges“ zu vollbringen.<br />
Propagiert wird sogar das Gegenteil: Das Leben ist mitnichten perfekt &#8211; wohl eher passabel. Finde dich damit ab und richte dich so gut wie möglich ein. Lehne dich zurück, mache es dir bequem, so wie dir geht es auch dem Rest der Welt. Für mich ergibt sich daraus: Leute, wenn ihr sowieso bereits mitten in einer Krise steckt, schaut euch waschechte Hollywoodstreifen an, die nie wahrhaftig an das eigene Leben erinnern. Lasst euch berieseln. Ach ja und an alle anderen, so traurig es ist: „Greenberg“ muss man nicht gesehen haben. Irritierenderweise genau deshalb, weil er perfekt seine Intention erfüllt – ein Spiegel der Realität zu sein. Doch den Machern könnte dies sogar noch gefallen, denn, ja, auch so ist es eben, das „wahre“ Leben.   </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.freihafen.org/grosse-freiheit/film/627-%e2%80%9egreenberg%e2%80%9c-%e2%80%93-ben-stiller-bist-du%e2%80%99s-wirklich/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

