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	<title>freihafen.org &#187; Millerntor</title>
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		<title>Hamburg, wo ist dein Sportgeist versteckt?</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 16:50:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Millerntor]]></category>

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		<description><![CDATA[Die letzte „Universum Champignons Night“, die vom ZDF übertragen wird - welch trauriges Spiel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein vereinzelter Klappstuhl in einer dunklen, einsamen Ecke. Im Hintergrund drei Personen, die hin und wieder ein paar Worte wechseln, die Lachen, ihren Blick in die Mitte einer riesigen Halle richten. Auf dem Stuhl: Ein Mann. Groß, schlank, Föhnwelle. Er trägt einen Anzug, entsprechende Schuhe, hat die Arme verschränkt.<br />
Alexander von der Groeben scheint an den heutigen Boxkämpfen nur mäßig interessiert, wirkt lustlos, genervt gar. Sein Klappstuhl steht in einem abgesperrten Bereich am Rande der „O2 World“.<br />
Wir befinden uns bei der „Universum Champignons Night“, dem letzten der Universum Boxkämpfe, der vom ZDF übertragen wird.<br />
Die Leute im Rücken von der Groebens sind vermutlich seine Assistenten. Im Gegensatz zu ihm wirken sie fast euphorisch. Alexander von der Groeben zeigt jedenfalls deutlich, wie gerne er den Abend des 31. Juli in der „O2 World“ verbringt. Zwischen seinen Arbeitseinsätzen fläzt er sich auf diesen einen mickrigen Stuhl lässt seine Beine schlaff zu beiden Seiten driften und lehnt sich weit möglichst zurück. Das mag stutzig machen, – will man sie denn nicht verfolgen, diese Kämpfe? Ist es nicht furchtbar aufregend, als Moderator von so einem Ereignis live zu berichten? Nun ja, rein sportiv gesehen ist die Veranstaltung ein Erfolg. Zbik kann sich mit einem Sieg nach Punkten in Richtung Amerika orientieren, Alexander Dimitrenko wurde zum Europameister gekürt und Jack Culcay tat sich gar mit einem technischen K.O. seines Gegners hervor. Doch eines war neben aller Boxkunst deutlich zu vermissen – Glamour!<br />
Die Arena war zur Hälfte verhangen und trotzdem auffallend leer. Selbst während der Kämpfe brach man zur „Kippenpause“ auf oder „machte sich mal eben frisch“ und nicht wenige verließen das Gelände sogar ganz und gar.<br />
Als von der Groeben einen letzten Bericht aus Hamburg sendet, die Uhr zeigt inzwischen zehn nach zwölf, ist der Ort des Geschehens vollkommen verwaist. Hinter dem Boxmoderator ist am Samstag alles wie leer gefegt. Kein Stuhl ist besetzt, und auch von der Groebens Feierabend rückt in greifbare Nähe.<br />
Woran hat sie nun gelegen, diese Leere? Sind die Hamburger nicht am Boxsport interessiert, oder geht es mit Universum tatsächlich bergab? Werden bald auch die letzten der hochkarätigen Boxer den Traditionsstall verlassen, um der medialen Verlockung nachzugehen und weiterhin telegene Präsenz zu zeigen? Wird die Show Drumherum bald wichtiger, als der Kampf an sich, oder kann sich sportliche Leistung schlussendlich doch noch durchsetzten? Der Dinge harren, Geduld beweisen und im Zweifel ein wenig beten – so lautet die Devise. Denn eine ambitionierte Großstadt wie Hamburg, kann auf erstklassigen Sport auf keinen Fall verzichten.  </p>
<p>FOTO: Norbert Nowozin</p>
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		<title>Grillen, kicken und jubeln für den guten Zweck</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 12:32:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Millerntor]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Tor stehen und nebenbei ein paar Würstchen grillen – das Benefiz-Fußballspiel „Kicken mit Herz“ in Hamburg-Hoheluft bot einige Verrücktheiten und ein sehenswertes Fußballspiel. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sonntagnachmittag, strömender Regen. Ein Tag, den man gerne im Bett verbummelt. Trotzdem rafften sich gut 4.000 Hamburger auf und besuchten das Benefiz-Fußballspiel Kicken mit Herz, das zum dritten Mal stattfand. Die Placebo-Kickers, die Ärzte-Mannschaft des Universitäts-Klinikums Eppendorf, traten gegen die St. Pauli Allstars, ein Mix aus Ex-Fußballprofis und Promis, an, um Geld für die Herz Kinder Hilfe Hamburg zu sammeln.</p>
<p>Tim Mälzer, der für die St. Pauli Allstars im Tor stand, genoss die Stimmung. „Das ist ein bisschen wie Klassentreffen“, so der TV-Koch. Entspannt war auch seine Kleidung: Mit Kapuzenpullover, Ringelsocken und Adiletten wartete er am Spielfeldrand auf seinen Einsatz, und als er dann im Tor stand, grillte er nebenbei schon mal ein paar Würstchen.</p>
<p>Etwas weniger entspannt trudelte Sascha im Laufe der ersten Halbzeit im Stadion ein. Der Sänger hatte seinen Flug nach Hamburg verpasst. „Wenn man weiß, dass man so ein Spiel hat, kann man auch mal einen Flug früher nehmen!“, tadelte Moderator Marek Erhardt. Trotz Verspätung durfte Sascha noch in der ersten Halbzeit auf den Platz und unterstützte die St. Pauli Allstars. „Ich bin körperlich und geistig fit&#8230; nicht!“, lachte Sascha, und stapelt damit tief; denn auf dem Platz bewies er, dass er nicht nur gerne, sondern auch gut Fußball spielt. 
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</p>
<p>In der für die Promis enttäuschenden ersten Halbzeit bewiesen die Ärzte, dass sie mehr können, als medizinische Probleme zu lösen. Sie gingen in Führung – und Mälzer vermutete prompt Doping. Doch in der zweiten Halbzeit, die mit einem fulminanten Regenguss eröffnet wurde, schwächelten die „Halbgötter in Weiß“ und die St. Pauli Allstars holten schnell auf. Am Ende gewannen die Promis sogar 8:5, frenetisch bejubelt vom Publikum, das sich auch vom nasskalten Wetter nicht abschrecken ließ. Inmitten der Zuschauer tummelten sich übrigens auch Sarah Wiener, TV-Köchin und Freundin von Peter Lohmeyer, und Rhea Harder, Ex-GZSZ-Darstellerin. Ohne jegliche Star-Allüren mischten sie sich unter die Zuschauer und jubelten mit. Das Outfit stimmte: Rhea Harders Babybauch war von einem T-Shirt mit der Aufschrift „Nachwuchsspieler WM 2030“ bedeckt.</p>
<p>Ein unerwarteter Zwischenfall in der zweiten Halbzeit: Ein Flitzer stürmte auf das Spielfeld. Mit nacktem Oberkörper rannte er erst eine Frau um, dann in Richtung Promi-Tor. Ob er sich wohl eines der Würstchen von Mälzers Grill klauen wollte?</p>
<p>Auch wenn es um keine Meisterschaft ging, zeigten alle Beteiligten vollen Einsatz. Die Zuschauer wurden von fleißigen Helfern mit Kartoffelsalat, Würstchen, Crèpe und Getränken versorgt, Kinder konnten sich schminken lassen oder auf einer Hüpfburg austoben.</p>
<p>„Es gibt zwei schöne Sachen im Leben: Fußball und anderen Leuten was Gutes tun. Und wenn man das verbinden kann, ist doch toll“, fasst Schauspieler Ken Duken zusammen. Das Rekord-Ergebnis: 55.000 Euro für die Herz Kinder Hilfe Hamburg.</p>
<p>FOTO: Mücahid Güler</p>
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		<title>Kicken mit Herz</title>
		<link>http://www.freihafen.org/millerntor/732-kicken-mit-herz-benefiz-fusball-mit-promis-und-arzten</link>
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		<pubDate>Mon, 24 May 2010 10:11:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Millerntor]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutschland ist diesen Sommer wieder im Fußballfieber, bald startet die WM! Zur Einstimmung kicken am 30. Mai Promis und Ärzte für den guten Zweck.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Spielen ein Sänger, ein Koch, ein Schauspieler und ein Arzt Fußball. Wer schießt die meisten Tore?<br />
Was sich wie ein blöder Witz anhört, wird am 30. Mai im Hoheluft Stadion am Lokstedter Steindamm Wirklichkeit: Beim Benefizspiel „Kicken mit Herz“ stehen sich Promis und UKE-Ärzte auf dem Spielfeld gegenüber.</p>
<p>Auf der Seite der Promis kicken unter anderem TV-Koch Tim Mälzer, die Schauspieler Til Schweiger und Ken Duken (beide bekannt aus „Zweiohrküken“ und „Inglourious Basterds“), die Sänger Pohlmann, Sascha und Patrick Nuo, und „echte“ Fußballer wie Klaus Thomforde und Andre Trulsen. Trainiert werden sie von Peter Neururer.<br />
Doch auch die UKE-Ärzte werden gut vorbereitet, wir haben das Geheimnis lüften können, wer die Manschaft zum Erfolg bringen soll: Sie trainieren unter Anweisung von Dragoslav „Stepi“ Stepanović. Sein bekannt gewordener Spruch „Lebbe geht weider“ bekommt hier hiereine ganz neue Bedeutung: Schließlich ist „Kicken mit Herz“ ein Charity-Event für die Herz Kinder Hilfe HH e.V. und die Kinder Herz Station des UKE.</p>
<p>Übrigens: Promi-Torwart Tim Mälzer hat eine Wette abgeschlossen. Für jedes Tor, das er vom Kapitän der „Placebo Kickers“ (so nennen sich die UKE-Ärzte) kassiert, spendet er 250€ an die Herz Kinder Hilfe. Da kann man nur hoffen, dass die Promis verlieren. Wir meinen es ja nur gut..!</p>
<p>Der Eintritt kostet 10€, für Kinder 5€. Neben dem Spiel wird es verschiedene Unterhaltungs- und Verpflegungsangebote geben. Wer hin will, sollte den Vorverkauf nutzen, denn in den vergangenen zwei Jahren war das Stadion restlos ausverkauft. Online geht das besonders leicht, hier kann man die Tickets selbst ausdrucken und spart sich Versandkosten.</p>
<p>Wir werden selbstverständlich dabei sein und vom Event berichten!</p>
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		<item>
		<title>Von Skatern für Skater</title>
		<link>http://www.freihafen.org/millerntor/337-von-skatern-fur-skater</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 13:11:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gast</dc:creator>
				<category><![CDATA[Millerntor]]></category>

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		<description><![CDATA[Skater in Hamburg haben es nicht leicht. Es gibt weder gute Skateparks
noch darf die Stadtarchitektur zum Springen, Drehen und Rutschen genutzt
werden. FREIHAFEN führte ein Interview]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>FREIHAFEN: Wo bewegen sich Hamburgs Skater?</strong></p>
<p>Christopher: Die zwei populärsten „Disziplinen“ sind das Befahren von Rampen (Transition) und das Fahren im allgemeinen Stadtgebiet (Street). Obwohl zurzeit allerorts Skateanlagen wie Pilze aus dem Boden schießen, gibt es für Transitionfahrer in Hamburg nicht mal eine Hand voll ernstzunehmender Skateanlagen. </p>
<p><strong>Woran liegt das? </strong></p>
<p>Den beauftragten Bauherren fehlt es meistens an Know-how und viele Anlagen werden bereits fehlerhaft geplant. Mit einem viel zu hohen Kostenaufwand werden Anlagen einfach aus dem Katalog bestellt, um dann in einer miserablen Anordnung auf einem Stück Asphalt zu verweilen. Manchmal ist diese Bestückung so ungünstig, dass der Skatepark kinetisch gar nicht befahrbar ist.</p>
<p><strong>Was passiert, wenn man im Stadtgebiet unterwegs ist?</strong></p>
<p>In Sachen Street werden den Skatern immer mehr Plätze zum Skaten genommen. Dies geschieht entweder durch Verbote oder durch das Anbringen von sogenannten Skatestoppern* an strategisch wichtigen Flächen. Die zwei Bekanntesten waren der Jungfernstieg und die Magellan-Terrassen. Sobald man auf Städtearchitektur zurückgreift, wird man von Sicherheitspersonal oder übereifrigen Anwohnern verjagt. </p>
<p><strong>Was möchte euer Verein dagegen unternehmen?</strong></p>
<p>Neben dem Ziel, eine Kommunikationsschnittstelle zwischen Skatern und Vertretern der öffentlichen Hand zu gewährleisten, die Kompetenzen der Skater allen zur Verfügung zu stellen<br />
und Informationsbedürftigen zur Seite zu stehen, möchten wir natürlich Skatestandorte erschließen<br />
und optimieren.</p>
<p><strong>Was veranlasste dich einen Skateboardverein zu gründen?</strong></p>
<p>Ich wollte das Motto „von Skatern, für Skater“ richtig und strukturiert umsetzen. Die Idee, einen Verein zu gründen, hatten schon viele vor mir, aber ohne dieses Motto dabei aus den Augen zu verlieren tat dies in Hamburg bislang noch keiner.</p>
<p><strong>Warum? Ist es schwer Skater in einem Verein unterzubringen?</strong></p>
<p>Skater sind Selbstgänger und wollen sich eigentlich keiner Gruppierung anschließen. Doch als ich vom Mit-Initiator der Skateanlage für Rissen und dem Adjutanten für Bildung und Sport um Hilfe gebeten wurde, haben wir uns zu einem Gründungsteam zusammen geschlossen, um Hamburgs Skatern eine dauerhafte Plattform zu bieten.</p>
<p><strong>Ist der Verein ausschließlich für Skater?</strong></p>
<p>Sicherlich ist der Verein für Skater gedacht, aber da es sich hierbei auch um eine Interessengemeinschaft handelt, sind ebenso all die willkommen, die den Skatern Hamburgs den Rücken stärken wollen.</p>
<p><strong>Gab es Probleme bei der Gründung?</strong></p>
<p>Da es sich bei unserem Spagat zwischen Jugendsport und politischem Engagement um Pionierarbeit handelt, mussten wir unsere Satzung komplett selber gestalten. Er hat nun fast ein Jahr gekostet, die Satzung fertig zu stellen und mit dem Finanzamt abzustimmen. Man darf nicht<br />
vergessen, dass wir nach wie vor Laien in der Politik und im Vereinswesen sind &#8211; da kann eine<br />
gute Vorbereitung eben mal ein bisschen dauern </p>
<p><strong>Wie funktioniert der Verein?</strong></p>
<p>Im Prinzip funktioniert der Verein so wie eine Regierung eigentlich funktionieren sollte. Der Vorstand trifft grundlegende Entscheidungen und führt die Geschäfte. Jedes Mitglied hat die Möglichkeit Entscheidungen des Vorstandes zu beeinflussen. Der Vorstand besteht aus großen Namen der Hamburger Skateboardlobby.</p>
<p><strong>Wie finanziert ihr euch?</strong></p>
<p>Wir führen im Grunde verwaltungsähnliche Tätigkeiten durch, daher sind die Betriebskosten<br />
nicht sehr hoch. Trotzdem müssen Mitglieder bis 16 Jahren einen Jahresbeitrag von 10 Euro und<br />
Mitglieder ab 16 Jahren Vereinsbeiträge in Höhe von 20 Euro zu zahlen, um allgemein anfallende<br />
Umlagen des Vereins zu decken.</p>
<p><strong>Habt ihr einen festen Sitz?</strong></p>
<p>Nein, die Geschäftsstelle wird bei mir zu Hause sein. Aber unser Sitz ist das gesamte Stadtgebiet.</p>
<p><a href="http://www.myspace.com/skateboardverein_hamburg/">www.myspace.com/skateboardverein_hamburg/</a><br />
*Skatestopper sind Metallnupsis, die in oder<br />
an Kanten angebracht werden und das Rumrutschen erschweren oder unmöglich machen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Dauerkarte für Blinde</title>
		<link>http://www.freihafen.org/millerntor/216-dauerkarte-fur-blinde</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Jan 2009 16:17:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carolin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Millerntor]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://freihafen.org/?p=216</guid>
		<description><![CDATA[Seit einer halben Stunde sitzt Rico Zellmer bereits auf seinem Stammplatz im Block 3c auf der Osttribüne im Stadion des Hamburger SV. Gemeinsam mit seinem Schulkumpel Michael Conrad hat er letzte Informationen ausgetauscht und etwas Stadionatmosphäre aufgesogen. Beide haben Kopfhörer auf und einen Sender in der Hand. Wie bei jedem HSV-Heimspiel warten sie gespannt auf die kommenden 90 Minuten, die ihnen live kommentiert werden, denn die beiden sind von Geburt an blind bzw. stark sehbehindert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei jedem Spiel dabei! Rico Zellmer (im Bild rechts) und seine Kollegen</p>
<p>Seit einer halben Stunde sitzt Rico Zellmer bereits auf seinem Stammplatz im Block 3c auf der Osttribüne im Stadion des Hamburger SV. Gemeinsam mit seinem Schulkumpel Michael Conrad hat er letzte Informationen ausgetauscht und etwas Stadionatmosphäre aufgesogen. Beide haben Kopfhörer auf und einen Sender in der Hand. Wie bei jedem HSV-Heimspiel warten sie gespannt auf die kommenden 90 Minuten, die ihnen live kommentiert werden, denn die beiden sind von Geburt an blind bzw. stark sehbehindert.<br />
Knapp fünf Minuten vor dem Anpfiff beginnt der Einsatz von zwei Hamburger Sportstudenten. Per Handzeichen fragen die Reporter ab, ob alle ihr Signal empfangen können. Die beiden Studenten sind mit einem Headset ausgerüstet und nach einer kurzen Einführung in das Spiel live beim Geschehen auf dem Feld dabei.<br />
Für die Blinden ist die Erfahrung im Stadium ein besonderes Erlebnis. Sie haben die Möglichkeit am sozialen Leben teilzunehmen und können am nächsten Tag bei der Arbeit mit ihren sehenden Kollegen über Spielszenen und Entscheidungen diskutieren. „Meine Kollegen staunen manchmal nicht schlecht, wenn ich detailliert die Leistungen der Spieler bewerte“, gibt Rico Zellmer stolz zu.</p>
<p>Die Kommentatoren versuchen das Spiel so lebhaft wie möglich zu beschreiben.</p>
<p>Die 16 Plätze im Block sind beliebt jedoch nicht vollständig vergeben. &#8220;Wir haben beim HSV eine Auslastung von knapp 85 Prozent&#8221;, erläutert Broder-Jürgen Trede, Mitinitiator und Betreuer des Projekts. Dieses startete zur Rückrunde 2002/2003 mit einer kostenlosen Testphase  von einem halben Jahr und ist mittlerweile nicht nur in Hamburg etabliert. Viele Profivereine, darunter auch der FC St. Pauli, haben längst nachgezogen.<br />
In Hamburg gab es zunächst Startschwierigkeiten. &#8220;Es hieß, dass eine Umsetzung nicht möglich sei. Doch dann hat Vorstandsmitglied Christian Reichert den Kontakt zum Sportfachbereich der Universität Hamburg hergestellt&#8221;, berichtet Regina Hillmann, Vorsitzende der &#8220;Sehhunde&#8221;, einem Fußball-Fanclub für Blinde und Sehbehinderte. Broder-Jürgen Trede dozierte zum Zeitpunkt der Anfrage am Hamburger Institut für Sportjournalistik und war auf Anhieb begeistert von der Idee.<br />
Der 43-jährige Zellmer besitzt eine Dauerkarte. Bereits vor Beginn des Projekts war er am Wochenende regelmäßig beim Fußball. Im Stadion ließ er sich abwechselnd von seinem Vater oder seinem Bruder das Geschehen auf dem Spielfeld erklären. &#8220;Leider fehlten mir hinterher immer ein paar Details&#8221;, erzählt Zellmer. &#8220;Jetzt bekomme ich alles mit. Die Studenten haben interessante Statistiken und wissen auch viel über die gegnerischen Mannschaften&#8221;, führt er fort. Außerdem habe das Angebot sein Stadionerlebnis um mindestens 50 Prozent aufgewertet.</p>
<p>&#8220;Jetzt schieß doch endlich&#8221;, ruft Zellmer von seinem Stammplatz aus und fordert den Torabschluss. „Hätte er mal auf dich gehört, der Abschluss kommt viel zu spät&#8221;, antwortet der Reporter. Derartige Dialoge sind keine Seltenheit. „Ich merke manchmal gar nicht, dass das, was ich sage, so laut ist&#8221;, sagt Zellmer. Seine aktive Teilnahme an der Reportage freut die Studenten, denn so können sie die Blinden am Geschehen teilhaben lassen.<br />
Genau hier liegt der Hauptunterschied zur Rundfunk-Reportage. &#8220;Wir sitzen direkt zwischen den Blinden und können auf unsere Zuhörer reagieren &#8211; bekommen praktisch vorgeschrieben, was wir zu sagen haben&#8221;, offenbart Trede. &#8220;Wir verorten das Spiel viel mehr auf dem Feld. Positionen sind gefragter als Namen. Unsere Schilderungen sind zudem ausführlicher. Die Zuhörer interessiert, was für Transparente zu sehen sind. Geht eine Laola-Welle durch das Stadion? Wer läuft sich gerade warm? Was machen die Trainer in der Coaching-Zone? Wir müssen genau abbilden, was ein klassisches Stadionerlebnis ausmacht&#8221;, erzählt Trede.</p>
<p>Im Dreierteam werden die 90 Minuten bestritten. Zwei Studenten am Mikrofon, die sich abwechselnd die Bälle zuspielen und ein weiterer berichtet von den Spielständen in den anderen Stadien. &#8220;Wenn ich im Stadion sitze, bin ich immer auf Ballhöhe &#8211; das machen die Jungs wirklich gut&#8221;, sagt Zellmer. Für die Studenten ist besonders der gezielte Einsatz der Stimme wichtig. Sie variieren Tonlage und Geschwindigkeit, passen diese der Spielsituation an.<br />
Zellmer und Conrad lauschen den Ausführungen, erahnen den richtigen Moment für ein Tackling. Die beiden haben ein Gespür für die Situationen entwickelt. Neben den Ausführungen der Kommentatoren achten sie auch auf die Atmosphäre. Raunen im Stadion bedeutet, dass sich auf dem Feld etwas tut.<br />
Nach gewonnen Spielen bleiben viele Sehbehinderte noch ein bisschen sitzen, lassen sich die Jubelszenen auf dem Spielfeld beschreiben. Bei drohenden Niederlagen verlassen sie auch gerne mal früher das Stadion – wie andere Fans auch. Mit einem Lob an ihre ganz persönlichen Moderatoren verabschieden sie sich und gehen.</p>
]]></content:encoded>
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