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	<title>freihafen.org &#187; Speicherstadt</title>
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	<description>Ein neues WordPress-Weblog</description>
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		<title>Was Schüler alles erreichen können!</title>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 16:51:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Speicherstadt]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 17. Juni ist es wieder soweit – an diesem Tag darf Schule geschwänzt werden. Und keiner hat etwas dagegen. Stattdessen gehen an diesem Tag Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland arbeiten, um sich für eine gute Sache zu engagieren. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für einen Tag wird gekellnert, repariert und rasengemäht. In diesem Jahr findet der 10. Soziale Tag statt, der von der Jugendinitiative Schüler Helfen Leben organisiert wird.<br />
Ob allein oder zusammen mit Freunden, ob im Café, im Buchladen oder beim Zeitungsaustragen, Schülerinnen und Schüler erarbeiteten in den letzten Jahren schon etwa 18,6 Millionen Euro. Diese Einnahmen und Löhne fließen in Projekte für Kinder und Jugendliche in Südosteuropa.<br />
Aus der Schülerorganisation Schüler Helfen Leben, die schon seit 1992 existiert, wurde im Jahr 1994 ein Verein. Seine Mitarbeiter sind hauptsächlich Schüler und Studenten, die die Deutschlandprojekte koordinieren. Im Jahr 2002 wurde außerdem die Stiftung Schüler Helfen Leben gegründet, dessen hauptamtliche Mitarbeiter beispielsweise die Projekte in Südosteuropa betreuen. Sie wird unter anderem von Kurt Beck, Ulrich Wickert und Heide Simonis unterstützt.<br />
Die deutschlandweite Schultour, bei der über Südosteuropa, den sozialen Tag und den Verein informiert wird,  startete diesmal im Gymnasium Othmarschen in Hamburg. Unter dem Motto „Helden Rocken“ und mit der Unterstützung von N-Joy berichteten Schülerreferenten über die aktuellen Projekte und die Möglichkeit, sich bei Schüler Helfen Leben zu beteiligen.<br />
Für den musikalischen Ausklang der Veranstaltung sorgte die sympathische Band „Fertig, Los!“<br />
Im Rahmen der Projekte wird in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens gemeinsam mit den dortigen Jugendlichen Bildungs-, Versöhnungs-, Demokratie- und  Jugendarbeit geleistet. Denn durch die Jugoslawienkriege in den 90er Jahren sind die Balkan-Länder von heute noch durch fehlende Aufarbeitung der Geschichte, hohe Arbeitslosenzahlen und Aussichtslosigkeit bei Jugendlichen gezeichnet. Trotz einem offiziellen Friedensvertrag von 1995 sind die vielen verschiedenen Bevölkerungsgruppen und unterschiedlichen Religionen immer noch unversöhnt und auf engem Raum ist ein Völkerhass entstanden.<br />
Um dem entgegenzuwirken, baute SHL an einigen Orten Jugendzentren, Schulen und weitere Projekte auf.<br />
In Sarajewo, Mazedonien, wurde beispielsweise das Internationale Jugendbegegnungshaus errichtet. Mit den Geldern des Sozialen Tages werden hier Kleinprojekte wie Medien- und Schülervertretungsseminare sowie der Austausch von Jugendlichen aus verschiedenen Ländern gefördert.<br />
Nahe Skopje, der Hauptstadt Mazedoniens, liegt außerdem das größte Romaviertel weltweit. Hier ist das Hauptziel von  SHL, bedürftigen Kindern und Jugendlichen den Schulbesuch zu ermöglichen und ihnen so einen Ausweg aus der Armut zu ermöglichen.<br />
Auch in Bosinen-Herzegowina engagiert sich SHL für die Gleichberechtigung aller Kinder, da Behinderte hier nur sehr wenig oder gar keine Beachtung finden.<br />
Die kosovarische Stadt Rahovec/ Orahovac ist in einen albanischen und einen serbischen Teil gespalten. Hier wird in einem weiteren Zentrum mit Jugendlichen beider Seiten gearbeitet, um die Kommunikation zwischen den zwei Bevölkerungsgruppen zu fördern.<br />
Dies sind nur Beispiele von Orten, an denen wir aus Deutschland heraus helfen können.<br />
Der Soziale Tag ist eine einfache und großartige Möglichkeit, Schüler Helfen Leben und die Jugendlichen in ihrer gar nicht so weit von uns entfernten Heimat zu unterstützen. Hoffentlich bleiben also am 17. Juni so viele Schulräume wie möglich leer!</p>
<p>FOTO: Schüler Helfen Leben e.V.</p>
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		<title>17-jähriger David M. erhängt sich in Abschiebehaft</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 21:37:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Speicherstadt]]></category>

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		<description><![CDATA[David M. hat nichts gestohlen, keinem Menschen Gewalt angetan oder andere Straftaten begannen. Alles was er wollte, war eine neue Heimat. Nun ist er tot. Der Siebzehnjährige hat sich während der Abschiebehaft in Hamburg erhängt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>David M. hat nichts gestohlen, keinem Menschen Gewalt angetan oder andere Straftaten begannen. Alles was er wollte, war eine neue Heimat. Nun ist er tot. Der Siebzehnjährige hat sich während der Abschiebehaft in Hamburg erhängt. Der aus Georgien stammende Jugendliche ist ohne Erziehungsberechtigte über Polen nach Deutschland eingereist.</p>
<p>Vor seinem Tod, hatte er sich geweigert Nahrung aufzunehmen: Aus diesem Grund wurde er am 25. Februar ins Zentralkrankenhaus der Untersuchungshaftanstalt verlegt wurde. Nach Meinung der Aufseher soll Davids Verhalten nicht auf einen Suizid hingewiesen haben.</p>
<p>Am 9. März fand seinetwegen eine spontane Demo durch die Innenstadt Hamburgs statt. Einige hundert Menschen fanden sich zusammen, um David M. zu gedenken, aber auch, um generell gegen Abschiebung zu demonstrieren. Lautstark ließen die Demonstranten ihrer Wut freien Lauf. Jugendliche, egal ob „legal“ oder „illegal“, sollten mit Würde und Nachsicht behandelt werden. Die Behörden befürchteten dennoch, dass David untertauchen würde. Wäre das doch nur passiert.</p>
<p><img class="ngg-singlepic ngg-right alignright" src="http://www.freihafen.org/wp-content/gallery/cover-bilder/david-m-2-bremen-demo_222222_0.jpg" alt="david-m-2-bremen-demo_222222_0" width="210" height="210" /></p>
<p>Wie ein lästiges Paketstück sollte der Georgier nach Polen abgeschoben werden. Dort hatte er bereits Asyl beantragt. Dann wäre er das Problem der polnischen Behörden gewesen.</p>
<p>Bereits im Dezember 2009 demonstrierten in Bremen tausende Menschen anlässlich der Innenministerkonferenz gegen die drohende Abschiebung von ca. 15.000 bis 20.000 Roma zurück in den Kosovo. Unter ihnen waren auch viele Kinder und Jugendliche, die in Deutschland geboren wurden oder schon seit Jahren hier leben. Der Kosovo sei angeblich wieder sicher für sie, so die Bundesregierung. Dass die Roma im Kosovo gesellschaftlich isoliert und regelmäßig gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt sind, wurde nicht berücksichtigt. Neben der fast 90-prozentigen Arbeitslosigkeit der Roma sind die Auffangcamps in katastrophalem Zustand. Trinkwasser und Boden sind in vielen Camps verseucht. Zwar wurde auf der Innenministerkonferenz beschlossen die drohenden Abschiebungen erst einmal um zwei Jahre zu vertagen, dennoch ist dies auch eher eine unbefriedigender Aufschub der wirklichen Entscheidung. Zudem ist es erschreckend, dass die Bundesregierung die Probleme der Roma im Kosovo nicht berücksichtigte.</p>
<p>Nach dem Teilerfolg des vergangenen Jahres, als Christa Goetsch, die Bildungssenatorin Hamburgs, versicherte, dass auch Kindern ohne Aufenthaltspapiere die Teilnahme am Schulunterricht ermöglich werde müsste, ist der Tod von David M. ein herber Rückschlag.</p>
<p>Dieser Vorfall zeigt nur, unter welchen psychischem Druck sich Menschen befinden, die Angst vor einer Abschiebung haben oder eine neue Heimat suchen. Gerade junge Menschen müssen mit großer Sorgfalt behandelt werden, denn kein Mensch ist illegal. </p>
<p>FOTO: Andreas Hopfgarten</p>
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		<title>Ziviler Ungehorsam in Dresden &#8211; Ein Erlebnisbericht</title>
		<link>http://www.freihafen.org/speicherstadt/563-ziviler-ungehorsam-in-dresden-ein-erlebnisbericht</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 13:40:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Speicherstadt]]></category>

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		<description><![CDATA[Fast zwölf Stunden dauert die fahrt nach Dresden. Zwölf Stunden um den scheinheiligen Trauermarsch der Nazis zu verhindern - 
Ein Erlebnisbericht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Bus rot an Bus grün“, schallt es leise aus der Dunkelheit. Dann ertönt ein kurzes Rauschen. Die Antwort aus dem Funkgerät ist zu undeutlich, als dass ich sie verstehen könnte.<br />
Ich erwache aus meinem unruhigen Schlaf. Mein Nacken schmerzt.<br />
Draußen erkennt man nichts. Nur Schwärze. Unser Bus steht in ständigem Kontakt zu den anderen Bussen der Kolonne. Insgesamt sind wir circa 20, die sich aus verschiedenen Städten zusammengefunden haben. In jedem Bus sitzen Menschen, die den Trauermarsch der Nazis in Dresden verhindern wollen.<br />
Vor ungefähr sechs Stunden sind wir in Hamburg losgefahren. Unserem Ziel Dresden sind wir aber nicht sonderlich näher gekommen. Das schlechte Wetter machte uns bisher einen Strich durch die Rechnung.<br />
Erst nach fast zwölf Stunden erreichen wir Dresden, nachdem wir die ganze Nacht durchgefahren sind. Der Schmerz von der langen Fahrt in unbequemen Sitzen steckt in allen Knochen, als ich mich aus dem Bus hieve. Es ist schweinekalt. Kein langes Warten. Auf zum Blockieren. Nach einem kurzen Beschnuppern  mit der Polizei zieht es uns zum ersten Blockadepunkt auf der Leipziger Straße. Dort schließen wir uns einer großen Masse Gegendemonstranten an. Ein Lautsprecherwagen spielt fröhliche Musik. Die Stimmung ist positiv und ausgelassen. Es scheint so, als wäre die Blockade bereits geglückt. Aber noch ist alles ungewiss.</p>
<p>Auf der anderen Seite der Polizeisperre, außerhalb unserer Sichtweite, warten 5000 Neonazis am Neustädter Hauptbahnhof auf den Beginn ihres Trauermarsches. Der wird aber heute nicht stattfinden. Tausende Gegendemonstranten stellen sich diesem Vorhaben entgegen. Alle möglichen Marschrouten sind blockiert. Die Nazis, von denen auch einige von weither angereist sind, werden nicht durch die Stadt marschieren, sondern am Neustädter Bahnhof versauern. Uns freut das. Die Nazis sind eher verärgert. In der Nacht auf den 14. Februar lassen in Gera und Pirna einige hundert Neonazis ihrem Frust freien Lauf. Fast 200 von ihnen werden verhaftet.</p>
<p>Mittlerweile stehen wir auf dem Albertplatz. Dort erfahren wir, dass der Naziaufmarsch heute nicht stattfinden wird. „Die Polizei kann für die Sicherheit der Nazis nicht garantieren“, schallt es aus den Lautsprecherboxen. Die Freude ist groß. Überglücklich stoßen wir Jubelschreie aus. Vereinzelte Pfiffe sind zu vernehmen. Nach dieser frohen Nachricht müssen wir uns erst einmal aufwärmen. In einem türkischen Teehaus finden wir Unterschlupf. Hier ist es nicht ganz so überlaufen, wie bei Subways oder den üblichen Imbissbuden. „Wo kommt ihr her“, fragt uns der Besitzer. „Aus Hamburg“, antworten wir. „Da habt ihr aber eine lange Reise hinter euch“, meint er und lächelt uns zu. „Was kann ich euch bringen?“<br />
Von der Menschenkette, die vom bürgerlichen Dresden initiiert wurde und symbolisch den Antisemitismus aus Dresden abhalten und gleichzeitig der Opfer der Bombenangriffe gedenken soll, haben wir nichts mitbekommen. Aus der Sicht der Blockaden ist diese Menschenkette auch sinnlos. Viel wichtiger ist die Präsenz an den Blockadepunkten.</p>
<p>Jedes Jahr findet am 13. Februar in Dresden ein Trauermarsch der Rechtsextremen Szene statt. Über die Jahre hinweg hat sich dieser zum größten Neonazitreffen ganz Europas etabliert. Vor genau 65 Jahren bombardierten alliierte Flugzeuge Dresden. 25.000 Menschen starben bei den Angriffen. Der Trauermarsch soll an dieses Ereignis erinnern. Zumindest für die breite Öffentlichkeit. Wenn man aber Plakate mit der Aufschrift Bombenholocaust sieht, wird einem schlecht. Der Begriff Holocaust kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Brandopfer“. Darauf wird sich heute abgemildert bezogen. Einen Bezug zum Völkermord an den Juden soll dabei angeblich nicht bestehen, so die offizielle Meinung. Unter dem Deckmantel der Trauer wollen die Nazis ihr widerwärtiges Gedankengut durch die Straßen Dresdens tragen.</p>
<p>Mit dem Einsetzen der Dämmerung lösen sich auch die Blockaden auf. Die Nazis sind blockiert und der Großteil ist auf dem Heimweg. Etwas Vorsicht ist dennoch geboten. Versprengte Nazigrüppchen könnten sich noch auf den Straßen befinden.<br />
Heute scheint aber alles gut zu gehen. Stattdessen gibt es einen Art Siegesmarsch. In Begleitung eines Lautsprecherwagens laufen wir durch die Dresdener Innenstadt in Richtung Bustreffpunkt. „Alerta, Alerta Antifascista“, hallt es durch die schmalen Gassen Dresdens. Einer von vielen Hubschraubern, begleitet uns auf unserem Weg über eine der vielen Brücken. Links von uns erschließt sich ein wunderbarer Blick auf die erleuchtete Stadt, die sich vom dunklen Himmel abhebt. Mein Blick fällt auf vor mir tanzende Demonstranten. Die Stimmung ist ausgelassen. Am Rand schwenken schwarze Gestalten rote Flaggen. Grüne Gestalten begleiten uns über die Brücke.</p>
<p>Direkten Kontakt der beiden Lager gab es fast gar nicht. Glücklicherweise. Im Großen und Ganzen verlief die Demo erhofft friedlich. Erst in einigen Internetvideos bekommt man die Nazis zu Gesicht. Ein Video gibt aus einer leicht erhöhten Position einen Überblick der angereisten Rechtsextremen. Man sieht Deutschland- und Schwarz-weiß-rote Fahnen schwenken. Letztere basieren auf den gleichfarbigen Hakenkreuzflaggen des Dritten Reichs, die 1935 zur „Nationalflagge“ ernannt wurden. Da das öffentliche Führen des Hakenkreuz strafbar ist, sind nur die Farben desselben geblieben. Dann hört man die Masse rufen: „Frei, sozial und national“.<br />
Nationale Sozialisten oder Autonome Nationalisten nennen sie sich heutzutage. Auf Youtube werben einige für ein alkoholfreies und drogenfreies Leben. Zu Demonstrationen tragen sie kapitalismuskritische Banner. Und im Internet findet man sogar eine Website mit dem Namen „Nationale Sozialisten für Israel“.<br />
Ganz gleich womit sie ihren Fremdenhass und ihren Antisemitismus verdecken wollen. Nazi bleibt Nazi. Und Dresden ist dieses Jahr nazifrei. 2011 hoffentlich erneut.</p>
<p>FOTO: Andreas Hopfgarten</p>
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		<title>Von der Platte auf‘s Papier</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 13:01:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gast</dc:creator>
				<category><![CDATA[Speicherstadt]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Geburtsstunde von FREIHAFEN: Wie wird aus der Grafikdatei am Computer eine Zeitung? Drei
FREIHAFEN Redakteure besuchten unsere Lüneburger Druckerei, die eine der ältesten Druckereien Norddeutschlands ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Da oben! Guck mal!“ Über unserem Kopf rauschen Zeitungen in langen Bahnen vorbei. Gerade sind wir in der Von Stern‘schen Druckerei in Lüneburg angekommen, der ältesten, sich noch im Familienbesitz befindlichen Druckerei der Welt. Zu dritt haben wir uns aufgemacht um endlich einmal herauszufinden, wie und wo Freihafen eigentlich gedruckt wird und wie es generell in einer Druckerei so vor sich geht. Aufgeregt folgen wir dem Geratter und den Geräuschen in die Richtung aus der die Zeitungen angefahren kommen.<br />
„Ich wollte immer schon mal wissen, wie das eigentlich alles funktioniert beim Druck einer Zeitung“, brülle ich zu Sophie hinüber. In einem großen Raum voller riesiger Maschinen finden wir jemanden und werden freundlich begrüßt. Er führt uns in einen kleinen Raum, in dem wir auf einem Pult schon ein heiß ersehntes, frisch gedrucktes Exemplar liegen sehen. „Hier wird noch einmal kontrolliert, ob auch alles richtig klappt und die fertigen Exemplare keine Fehler aufweisen“, erklärt er. „Ständige Qualitätskontrollen in allen Produktionsschritten sind essentiell für ein perfektes Endprodukt. Dieses hier zum Beispiel…“ – Er zeigt auf einen Stapel von Ausgaben – „…sind Fehldrucke. Dort stimmt etwas mit den Farben nicht.“ Nun geht es wieder zurück in den Raum, wo die druckfrischen Zeitungen in einer endlosen Reihe über unseren Kopf hinweg rattern. „Von hier aus werden sie direkt in den Versand transportiert, wo sie anschließend gebündelt, in Plastik verpackt und versandt werden“, erzählt uns der Mitarbeiter. Und so funktioniert das schon seit Ewigkeiten.<br />
Die Druckerei hat Geschichte und Tradition. Sie befindet inzwischen bereits in der Hand der 14. Generation. Alles begann 1580 mit einer Buchbinderei und Buchhandlung in Lüneburg. Johann und Heinrich Stern gründeten dann 1614 eine Buchdruckerei, welche schnell für ihre kunstvollen Bibeldrucke bekannt wurde. Um 1800 waren dann sieben Buchdruckpressen im Einsatz und 1851 wurde eine Schnellpresse installiert. Seit 1900 wird in zwei Setzersälen gearbeitet und Ende 1949 erschien die „Lüneburger Landeszeitung“ zum ersten Mal. Heutzutage erscheint sie unter dem Namen „Landeszeitung für die Lüneburger Heide“, wird aber nach wie vor in der Von Stern`schen Druckerei gedruckt.<br />
1982 folgte dann der Umzug in das Gewerbegebiet Lüneburg-Ost und Ende 2000 wurde die Fertigstellung einer hochmodernen Druckhalle auf zwei Hektar Fläche für den Zeitungsrotationsdruck beendet, wo eine hochmoderne MANRollen-Offset-Druckmaschine in einem Durchgang eine 48-seitige Zeitung im Berliner Format druckt.<br />
„Unser Team besteht aus zehn Mitarbeitern und dank der flachen Hierarchie in unserem Unternehmen, können Entscheidungen schnell getroffen werden. Teamfähigkeit ist unserer Meinung nach die Vorraussetzung für großartige Leistungen“, erzählt der Mitarbeiter weiter,„Unser Motto: Geht nicht, gibt’s nicht! hat sich immer wieder bestätigt“, sagt er und lacht.<br />
Aber nun zum eigentlichen Ablauf des Druckens:<br />
Zuallererst werden die Druckplatten hergestellt. Davon braucht man vier Stück, da jede Farbe eine eigene Platte bekommt. So haben wir dann eine Platte für die rote Farbe, eine blaue, eine die nur die gelben Flächen druckt und schließlich eine für die schwarze Farbe. Diese Farben werden nun in einzelnen Schritten nacheinander übereinander gedruckt, nachdem die Druckplatten in die Druckmaschine eingespannt wurden, damit im Endeffekt dass komplett farbige Bild entsteht.Wir dürfen die Treppe an der Seite der großen Maschine hinaufsteigen und können aus nächster Nähe beobachten wie die Farbe aufs Papier kommt. Noch sind es keine einzelnen Seiten sondern lange zusammenhängende Bögen, welche aber von der großen Maschine im nächsten Schritt auch gleich geschnitten, gefaltet und zusammengesetzt werden. Nun haben die frischgedruckten Seiten das Format wie wir es kennen.<br />
Das Transportband, von dem die frischen Blätter nun weiter transportiert werden, befindet sich hoch über unseren Köpfen. Von ihm hängen sie nun herab wie von einer Wäscheleine und werden erst durch den großen Raum, dann durch den Flur und anschließend in den Versandraum im vorderen Bereich der Druckerei gefahren. Unterwegs können sie noch einmal vollends trocknen. Das Ganze passiert in einem solchen Tempo, dass einem fast schwindelig wird.<br />
„Wie kommt man eigentlich von den Daten zu den Platten?“, fragen wir. „Die Daten unserer Kunden erhalten wir als PDF-Dateien“, erklärt er, &#8220;Heutzutage, wo alles digital abläuft, kommt der Vorstufe, die auch Prepress genannt wird besondere Bedeutung zu.“ Hier werden alle Daten vor dem Druck noch einmal aufgearbeitet. In der Vorstufe entscheidet sich auch individuell ob das Produkt konventionell gedruckt wird oder im so genannten Computer-to-Plate-Verfahren (CtP). Bei diesem Verfahren werden die Daten direkt auf die Druckplatte belichtet. „Spannend, mal zu erfahren wie viel Arbeit eigentlich in so einer Zeitung steckt.“ flüstert Kimjana, „Man macht sich das so selten bewusst.“ Die „Landeszeitung Lüneburg“ mit ihrer täglichen Auflage von 35.000 Exemplaren wird von Sonntag bis Freitag auf der Rollen-Offsetdruckmaschine gedruckt. Außerdem werden hier Wochen- und Monatsblätter, sowie aktuelle Beilagen und Prospekte produziert.<br />
Als die Maschine dann irgendwann langsam zum Stehen kommt, wird es auf einmal ganz still um uns. Wir dürfen jetzt noch zuschauen, wie Freihafen versandfertig gemacht wird. Der zuständige Mitarbeiter erklärt uns: „Zum einwandfreien Druck gehört auch die Verarbeitung danach.“ Neben uns stehen die Paletten mit den in Plastik verpackten Zeitungspaketen. Sie riechen noch nach frischer Farbe. Jeder von uns darf sich ein frisches Exemplar nehmen. Wir bedanken uns herzlich und machen uns, mit einem Kopf voller Infos und mit dem frischgedruckten Exemplar in der Hand, befriedigt und stolz auf den Weg nach Hause.</p>
<p>ILLUSTRATION: Daniel Persy</p>
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		<title>Großer Geist, bist du da?</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jan 2009 12:57:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gast</dc:creator>
				<category><![CDATA[Speicherstadt]]></category>

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		<description><![CDATA[Gibt es Geister? Eine ewige Frage. Auf der Suche nach dem Paranormalen benutzt der Mensch unterschiedlichste Techniken. Besonders beliebt ist der Partygag Gläserrücken. Wir wollen wissen: Wer schubst das Glas herum?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Pyjama-Partygag war tatsächlich einmal eine okkulte Technik zur Geisterbeschwörung. Heute, wie damals, wollen sich Menschen dem Nervenkitzel hingeben und &#8220;Geister beschwören&#8221;.</p>
<p>Das geht ganz einfach: Auf einen Tisch werden in Kreisform kleine Zettel mit den Buchstaben A-Z, den Zahlen 0-9, sowie den Wörtern „JA“ und „NEIN“ gelegt. In der Mitte des Kreises wird ein Glas platziert, auf das alle Teilnehmer einen Finger legen. Nach einer „Einschwingungsphase“, zur mentalen Einstellung auf die Geisterbeschwörung, wird die Frage gestellt: „Bist du da, großer Geist?“<br />
Oh Wunder: Im Großteil aller Fälle wird sich das Glas tatsächlich Richtung „JA“ bewegen. Doch hat man nun wirklich einen Geist beschwört?</p>
<p>Wir enttäuschen nur ungern, aber: Nein. Schuld ist der so genannte Carpenter-Effekt. Er bezeichnet, dass sich die Gedanken- und Gefühlswelt eines Menschen unmittelbar auf die Muskelbewegung auswirken kann &#8211; völlig unbemerkt.<br />
Die Teilnehmer hegen im Unterbewusstsein die Hoffnung, dass sich das Glas tatsächlich bewegt und schieben es unbewusst in Richtung „JA“. Das Ausführen im Dunkeln oder bei Kerzenschein zur Geisterstunde, verstärkt die unheimliche Atmosphäre und die Erwartung tatsächlich einen Geist befragen zu können.<br />
Auch weitere Antworten des „Geistes“ kommen auf diese Art zustande. Sie spiegeln die unbewusste, oder verdrängte, Meinung der Gruppe wieder.</p>
<p>Trotz, oder gerade wegen seiner guten Erforschung, entfacht Gläserrücken eine ziemliche Kontroverse. Die einen erklären es für kompletten Unsinn, während andere davon überzeugt sind, man könne sich beim Gläserrücken einen bösen Geist einfangen. Mittels „persönlicher“ Erfahrungsberichte wird dies im Internet beschwört. Einige Beispiele sind Texte, in denen berichtet wird, dass wie von Geisterhand alle Kerzen im Raum plötzlich ausgegangen sind, oder ein Geist einen Telefonanruf erfolgreich vorhergesagt haben soll. Bei diesen Geschichten kann in der Regel davon ausgegangen werden, dass sie das Produkt eines fantasievollen Teenagers sind.</p>
<p>Doch Vorsicht: Allein der Gedanke, man habe es mit einem Geist zu tun, kann bei sensiblen Menschen Ängste, Verfolgungswahn bis hin zu Psychosen auslösen. In Extremfällen könnte Gläserrücken sogar zum Tode führen. Wenn einer der Teilnehmer zum Beispiel nach seinem Todesdatum fragt und eine Antwort erhält, die in naher Zukunft liegt, kann allein die Angst davor das Risiko für Herzinfarkte um ein Vielfaches steigern.<br />
Dieser Effekt der „sich selbst erfüllenden Prophezeiung“ kann auch bei anderen, harmloseren Antworten, die die Zukunft betreffen auftreten.</p>
<p>Die schon lange im Raum stehende Frage, ob Geister existieren, klärt die wissenschaftliche Enttarnung des Gläserrückens jedoch nicht. Es beweist nur: Die Geister des Gläserrückens sind nur die eigenen. Der große Geist, das bist du.</p>
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