Start || Redaktion || Mitmachen || Anzeigen || Termine || Freunde || Impressum || Kontakt
 
Twister VZ
von Robert Frischer

Leude, wir müssen reden! Naja, wie halt
jeden Monat an dieser Stelle im Heft, also
Bravo, ihr seid Blitzmerker. Allerdings heute
mal mit wichtigem Thema, nämlich: Social
Networks. Ihr wisst schon, StudiVZ, SchülerVZ
und so weiter. Wird ja, in weniger würdevollen
Publikationen als dieser hier, über nix anderes
mehr geschrieben, heutzutage. Manchmal werde
ich von Leuten gefragt, wieso ich da nicht
am Start bin. Ist doch n Skandal: Rob ist nicht
nur kein Student, sondern auch nicht angemeldet
im deutschen Studentenverzeichnis. Die
Leude fragen: Wie kann das sein? Ich erklär es
hier mal, für alle zum kapieren: Die Erklärung ist
ganz einfach, nämlich, weil ich das alles nicht so
geil finde. Denn erstens: Social Network heißt
auf deutsch soziale Verrenkung, weil die Idee
ist ja: Jeder kennt jeden über sechs Ecken und
wenn sich alle Anfassen sieht es wie Twister aus.
Ich hab schon als Kind mit der halbvollen Cola-
Flasche geworfen, wenn mich auf Geburtstagsparties
jemand zum Twister-Spielen überreden
wollte. Der einzige Grund Twister zu spielen ist
Mädchen anfassen zu wollen. Und wer dafür ein
Glücksrad mit trippigen Farben und klatschende
Mamas braucht, mit dem will ich nix zu tun haben.
Digital genauso. Zweitens: Der minderjährige
Praktikant, den FREIHAFEN mir monatlich
zur Verfügung stellt, damit ich Recherche und
Kommasetzung und so nicht selber machen
muss, hat rausgefunden: Eine Firma namens
Holtzbrinck hat zwischen 50 und 100 Millionen
Tacken für den Scheiß bezahlt. Wenn Holtzbrinck
nur halb soviel Geld in die Entwicklung krasser
Beats investieren würde, wäre Deutschrap nicht
mehr so am Arsch. Wenn Holtzbrinck ein Viertel
des Geldes mir gäbe, könnte ich statt dieser Kolumne
Bücher schreiben, und die dann Kindern in
Afghanistan schenken, damit die damit deutsch
lernen. Das mit StudiVZ: Derbe Fehlinvestition
also. Drittens: Es gibt schon ’nen Grund, warum
ich auf’m Dom im Bauwagen wohne und nicht
bei der Stasi im Reagenzglas. Viertens: Ich hab
soviel virtuelle (= ausgedachte) Freunde wie FREIHAFEN
Leser, also 20.000, und das ist mir geil
genug. Nuff Said. Es grüßt: euer bester Freund

Dieser Artikel erschien mit Ausgabe Ausgabe 01/2008.