Der einzig wahre Guide – Ein Abend im Club

Hoch die Hände, Wochenende! Die ätzenden fünf Tage voller Arbeit sind geschafft: ein Grund zum Feiern, und wo geht das besser als auf der Reeperbahn.
Damit du perfekt vorbereitet bist und alle Fettnäpfchen umgehst, hat der einzig wahre Guide fünf Punkte zusammengestellt – letz fetz!

1. Gruppendynamik

Küssen kann man nicht alleine – Ähnliches gilt auch fürs Feiern. Du kannst es theoretisch schon, aber es fühlt sich ähnlich an, wie als du damals mit 14 für dein Zungenkusstraining eine unschuldige Tomate missbraucht hast.
Deshalb brauchst du erstmal Freunde. Falls du keine hast, musst du dich leider noch etwas gedulden, der einzig wahre Guide wird aber bald zu diesem Thema veröffentlichen.
Wenn du welche hast, lad sie alle ein, und noch viele mehr! Deine Gang, deine Klasse, deinen Schwarm, deine Ex – je mehr, desto besser! Faustregel: wenn eure Gruppe einen Vorlesungssaal füllen könnte, ist es ausreichend.

2. Money, Money, Money

„I am just a paper but I own your soul“ – sorry, leider ist es so. Zum Feiern brauchst du Geld. Einer der einfachsten Wege, dich für den Samstagabend finanziell abzusichern, praktizierst du schon seit der Kindheit : nimm deine Eltern mit. Ihr Portemonnaie ist immer gut gefüllt und so bist du den ganzen Abend flüssig.

Sind deine Eltern nicht bereit dazu oder so peinlich, dass du dir nach dem ersten „Witz“ deines Vaters ein abstürzendes Klavier von oben wünscht, dann stehen dir natürlich noch andere Wege offen. Sparschwein schlachten, Diebstahl, Prostitution oder einfach der Verkauf deiner kleinen Schwester an den freundlichen Menschenhändler von nebenan, deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

3. Lasset den Abend beginnen

Traditionell beginnt eine Partynacht mit dem sogenannten Vorglühen – aka „Ich-betrinke-mich-so-sehr-dass-ich-schon-vor-Mitternacht-eine-Gefahr-für-die-Allgemeinheit-bin“. Dabei sitzt man meist zu Hause auf einem Sofa um eine Plastikbox mit „verschiedenen Knabbereien“ und nippt solange an seinem
Becks Ice, bis der Über-18-Jährige mit dem Wodka kommt.
Must-Have-Accessoires für den Weg zur Party: die Plastikflasche mit viel zu starker Mische, der Einkaufswagen, die lallende Whatsapp-Sprachnachricht an den Ex und Kaugummi gegen die Alk-Zigaretten-Fahne.

4. In da Club

Dein vom Alkohol beschwingter Gang wird höchstwahrscheinlich beim Türsteher gestoppt. Hast du Stich- oder Schusswaffen, Glasflaschen oder eine Butterbemme für den Weg dabei, freut er sich über ein kleines Taschengeld. Im Club selbst solltest du dich wie zu Hause fühlen – der König ist da, die Untertanen machen Platz. Wenn es sein muss, solltest du auch unbedingt deine Ellenbogen benutzen und oft hilft ein kleiner Schubs, die Rangordnung in deiner Ecke wiederherzustellen.
Ansonsten freut sich jeder über deinen ausladenden Tanzstil – lass die Musik durch dich durchgleiten und deinen Körper von ihr erschüttern – die anderen sind doch alle Spießer. Auch sollten dich schlechte Luftverhältnisse nicht von deiner fünfminütlichen Zigarette abhalten und auch ein kleines Püpschen ab und an ist ja wohl erlaubt!
In deiner fußballmannschaftstarken Gruppe hat mit Sicherheit jeder seinen eigenen Kopf – darauf solltest du als guter Rudelführer Rücksicht nehmen! Wenn einer aufs Klo muss, gehen selbstverständlich alle mit. Wenn einer was trinken will, gehen alle zum Tresen. Wenn einer in einen anderen Club will, wird mitten auf der Tanzfläche schreiend darüber beraten.

5. Auf dem Nachhauseweg

Völlig fertig mit der Bahn nach Hause fahren? Wie ein Normalo? Nichts für dich! Ein kostenloser Abholservice ist heutzutage leichter zu beschaffen als Drogen auf den Parallelstraßen der Reeperbahn. Die Anleitung hat nur drei Punkte: trinken, trinken und noch mehr trinken. Irgendwann wirst du schon zusammenklappen und der Krankenwagen holt dich ab. Mit viel Glück machst du während deines Rauschs noch etwas peinliches und einer deiner Freunde hält es auf Video fest: dann bist du vielleicht bald auch ein Internetstar.

Der einzig wahre Guide wünscht dir viel Spaß bei deiner Partynacht: Mögen dir Türsteher, Barkräfte, Sanitäter und der Katergott wohlgesonnen sein!

Lotta Johanna Stähr Verfasst von:

22 Jahre alt, Germanistikstudentin, liebt Tarantino-Filme und hört Musik für alte, bärtige Männer. Redakteurin beim FREIHAFEN.