Der einzig wahre Guide – Halloween

Es ist kalt geworden, die Tage werden kürzer, die Nächte länger und der November steht vor der Tür. Doch bevor wir uns Hals über Kopf in die Vorweihnachtszeit stürzen können, liegt noch ein Fest vor uns, was uns alles abverlangt: Halloween. Bist du auch auf der Suche nach der perfekten Verkleidung, der perfekten Party und den perfekten Streichen? Dann bist du hier goldrichtig. Le Guide Infernal macht in dieser Halloween-Edition aus dir einen waschechten horreur. Süßes oder Saurrrrrrrres!

1. Komm’ in Stimmung

Viele Feste stehen und fallen ja mit der ihnen vorangehenden Zeit. Was wäre Weihnachten ohne Advent, Ostern ohne die Fastenzeit, Männertag ohne 15 Stunden Dauersuff. Auch Halloween will ordnungsgemäß vorbereitet sein. Du stehst auf ein bisschen Gänsehaut, ein dumpfes Gefühl von Grusel, während du langsam mit deinem heimischen Sofa verschmilzt, weil das Herbstwetter ja sooo gemütlich ist? Tja, da brauchst du dich auch nicht wundern, warum deine letzten Halloween-Feiern eine Pleite auf ganzer Linie waren.

Wir wollen Grauen, Horror, nackte Angst! Schreckmomente, die dir den Atem stocken lassen! Und was ist realer als Furcht, die du am eigenen Leib verspürst und die du nicht mehr abstellen kannst? Was spricht eigentlich gegen so ein bisschen Verfolgungswahn?

Einen solchen Zustand kompletter geistiger Zerrüttung erreichst du im Handumdrehen. Dein neuer bester Freund heißt Netflix. Insidious, Psycho, Shining, Aliens, Rosemary’s Baby, Der Exorzismus von Emily Rose, Paranormal Activity, 28 Days Later, Evil Dead ..  betrachte es als Pflichtlektüre. Der einzig wahre Guide verordnet dir eine Dosis von drei Filmen pro Tag. Um deine Synapsen in der Zwischenzeit richtig zum Summen zu bringen, hör dir Slipknot, Slayer und andere Death Metal-Bands in Dauerschleife an. Irgendwann, wenn du nur noch ein weiches Brötchen zwischen den Ohren hast und in jedem dunklen Hauseingang das Mädchen von The Ring siehst, bist du bereit, über dein Kostüm nachzudenken.

2. Kunstblut und Theaterschminke

Zombie, Vampir, Hexe und Gespenst .. diese Gestalten bevölkern zu Halloween Jahr für Jahr die Straßen. Doch sind wir mal ehrlich, das holt doch auch keinen mehr hinter dem Ofen vor. Ein bisschen Theaterschminke hier, ein bisschen Kunstblut da. Dann noch künstliche Spinnweben in die Haare und du erschreckst vielleicht das letzte siebenjährige Kind, was ohne Fernseher und Internet aufgewachsen ist. Herzlichen Glückwunsch.

Egal wie gut deine Make-Up-Skills sind, dein Kostüm muss echt wirken. Ach was, dein Kostüm muss echt sein. Die anderen wollen mit ihren geschminkten Wunden beeindrucken (ehrlich, Youtube-Tutorials kann doch jeder .. ), aber da haben sie nicht mit dem Freak gerechnet, der sich selbst verprügelt. Keine Theaterschminke kann so schön schillern wie das Veilchen, was du dir selbst geboxt hast. Pro-Tipp: Wenn du dich schwer damit tust, dich beispielsweise als Zombie herzurichten, provoziere jemanden auf der Straße so lange, bis er dich vermöbelt. Danach musst du nur noch zwei Nächte durchmachen, und sofort sorgt dein Äußeres für Ausrufe des Schreckens und bestürzte Gesichter.

3. Das freundliche Gespenst von nebenan

Die Jagd nach Süßigkeiten gehört zu Halloween wie der vollgekotzte Wäschekorb zu einer Hausparty. Langweiler, Luschen und Loser sagen zwar, irgendwann wäre man zu alt dafür, aber diesen wandelnden Nadelstreifen darf man gar nichts glauben. Du jedenfalls gehst am 31. Oktober raus, komme da was wolle. Drei Vorteile hast du gegenüber den ganzen Bälgern, die mit dir um die Beute ringen – Zeit, ein Auto und keine Eltern im Schlepptau.

Deine Ausstattung kommt dir zugute, bevor die Konkurrenz bei Einbruch der Dunkelheit das Haus verlässt. Wenn die Kinder kommen, sind bereits alle rausgestellten Körbe mit Süßigkeiten von dir geleert und sämtliche freigebige Senioren der Nachbarschaft abgegrast. Dir mit deinem gruseligen Kostüm kann sich ohnehin keiner erwehren, äh, deinem Charme widerstehen.

4. Trick or Treat

Ein wichtiger Bestandteil des Halloween-Fests sind ja nicht nur Süßigkeiten, sondern auch Streiche. Du kennst den Guide – du weißt schon, was jetzt kommt. Zahnpasta, Rasierschaum und Klopapier ist was für die Loserkinder, die du im vorangegangenen Punkt abgezogen hast.

Was denkst du, sagt der unfreundliche Mann, der dich eben mit leeren Händen weggeschickt hat, wenn sein Vorgarten morgen früh komplett umgegraben ist? Wie reagiert wohl die zickige Frau, wenn “irgendjemand” ihre Haustür mit Panzerband zugeklebt hat? Tja, dumm gelaufen. Doch the one and only guide wäre nicht the one and only guide, hätten wir nicht noch mehr gute Tipps auf Lager. Zehn Liter Schweineblut im Briefkasten, Molotowcocktail durchs Küchenfenster, brennende Mülltonnen in der Garageneinfahrt, Kidnapping der Kinder – wer dir keine Süßigkeiten gibt, ist selbst schuld.

5. Scheiß’ drauf, Halloween ist nur einmal im Jahr

Erinnerst du dich noch daran, was Kindergärtner, Lehrer und Eltern immer gesagt haben? “Übertreib’ es nicht!” – ja ja. Wenn es einen Anlass gibt, mal richtig die Sau rauszulassen, dann an Halloween. Damit es ein richtig ehrenloser Abend wird, musst du ordentlich vortanken. Mit drei Promille lässt es sich ohnehin besser einparken. Im Rückwärtsgang durch den Kreisverkehr, mit Clownskostüm in fremde Häuser einsteigen oder gleich mit dem Flammenwerfer auf einem Quad durch die Innenstadt rasen – wer das extrem findet, macht sich keine Vorstellung, was bei einem Volksmusikkonzert abgeht. Wenn dich die Polizei letztendlich verhaftet, leg deine beste Heath Ledger-Joker-Performance hin. Dein Abtransport unter Blaulicht zementiert die Schauer, die dein Anblick der Nachbarschaft in Zukunft einjagen wird.

Mit diesen Tipps kann nichts mehr schiefgehen! Der einzig wahre Guide wünscht dir gutes Gelingen an Halloween – und nicht vergessen: da draußen gibt es immer einen, der noch etwas verrückter ist als du …

 

Lotta Johanna Stähr Verfasst von:

22 Jahre alt, Germanistikstudentin, liebt Tarantino-Filme und hört Musik für alte, bärtige Männer. Redakteurin beim FREIHAFEN.