Redaktionsplaylist 11/2020

Jeden Monat lässt die FREIHAFEN-Redaktion aus musikalischer Sicht Revue passieren. Das Ergebnis ist eine bunt gemischte Playlist, denn: Geschmäcker sind verschieden, und das ist auch gut so!

Diesen Monat ist die Redaktionsplaylist gleichzeitig auch ein kleines Selbstexperiment der Redaktionsmitglieder gewesen. Habt ihr euch schon mal gefragt, wer die Musik, die ihr hört, produziert? Kennt ihr Produzent*innen? Was ist das überhaupt? Fast die gesamte Musik, die täglich gehört wird, ist von weißen cis Männern produziert. Angesichts des aktuellen heteronormativen Diskurses, haben wir uns in diesem Monat also einmal näher mit unseren persönlichen Playlisten befasst. Es geht also um Musik von weiblich gelesenen Produzent*innen. Geht ihr doch auch einmal durch eure Playlisten und schaut, wer eure Lieblingshits eigentlich produziert hat? Wie viele Lieder bleiben bei weiblich gelesenen Produzent*innen übrig? Und haben diese auch weibliche Sänger*innen?

Starry Night – Peggy Gou

Peggy Gou ist eine südkoreanische Djane, die diesen Song zusammen mit Apple Music produziert hat. Ob und wie viele männlich gelesene Menschen mitgewirkt haben, konnte ich leider nicht herausfinden. Ich höre den Song gerade rauf und runter und wusste gar nicht, dass die Produzentin eine “Frau” ist. Glücklicher Zufall.

i’ll die anyway. – girl in red

Die Norwegerin Marie Ulven oder besser bekannt als “girl in red” schreibt und produziert seit September 2017 ihre Musik komplett selbst. Dabei ist ihre Musik größtenteils Indie-Pop zuzuweisen und wird oft mit der LGBTQIA-community in Verbindung gebracht.

Running With The Wolves – Aurora

Mit diesem Song wurde die norwegische Sängerin Aurora Aksnes im Jahr 2015 bekannt. Seitdem wurde das Lied über 35 Millionen Mal auf YouTube geklickt. Einen besseren „Run“ kann man als junge Musikerin wohl kaum haben.

Golden Cage – Nilüfer Yanya

Obwohl in meinen Playlisten viele weibliche Künstlerinnen zu finden sind, war ich erstaunt wie wenige Produzentinnen dabei waren. Entdeckt habe ich aber dabei, dass die Britin Nilüfer Yanya einige ihrer Lieder (diese inklusive) selbst produziert. Andere sind aber leider wiederum von Männern produziert.

Get the Party Started – P!nk

Pink ist eine der größten Künstlerinnen von heute. Einer ihrer Top-Hits: Get the Party started. Dahinter steht, wie bei vielen weiteren Songs auch, Linda Perry. Die ehemalige Sängerin von “4 None Blondes” hat sehr viele berühmte Lieder geschrieben und produziert, die andere Künstler*innen berühmt machten und ist dabei selbst auch noch eine unglaublich begabte Musikerin.

Superficial Love – Ruth B.

Also irgendwie hatte ich traurigerweise nichts anderes erwartet, aber meine Playlist hat ungefähr 2 Lieder, die von weiblich gelesenen Produzent*innen produziert wurden. Manchmal gibt es mehrere Produzent*innen und dann ist unter ihnen eine weiblich gelesene. Ich habe nun das Lied “Superficial Love” von Ruth B. ausgewählt, dass sie sowohl singt, geschrieben und auch produziert hat, sowie auch das Lied Lost Boy von ihr. Irgendwie passt das Lied auch ganz gut. Sie singt davon, eine Liebe zu wollen, die real, tief und ehrlich sein soll. Sie soll die Nummer 1 sein. Es geht also um Wertschätzung, die wir in diesem Diskurs hier auch brauchen.

Höre hier in die Playlist rein und folge dem Freihafen!

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Bild mit freundlicher Genehmigung von https://unsplash.com/photos/QdEn9s5Q_4w
Lisann Rothe Verfasst von:

Ich bin eigentlich wie jede andere Studentin. Ich schaue viel zu viel Netflix, versinke dann aber in den Semesterferien hinter einem Romanstapel. Ich esse leidenschaftlich Kuchen und backe diesen am liebsten noch selbst. Ich lebe meine kreative Ader in mitternächtlichen Bastel- und Malaktionen aus und ich segle gern in neue Gewässer. AHOI!