Urban Photography am Wochenende

Ein guter Text macht noch keinen guten Artikel aus. Was eine große Rolle in der Erscheinung spielt, sind Fotos. Zwar ist heutzutage niemand in der Möglichkeit eingeschränkt ein Bild zu schießen, doch eine Thematik richtig in Szene zu setzen um ein Interview, einen Bericht oder ein Kommentar passend zu bebildern will gelernt sein. Um mein eigenes fotografisches Handwerk zu schulen habe ich mich am Samstag, den 20. Oktober früh morgens in die Fördestadt Kiel begeben, um an einem Fotoseminar der Jugendpresse Schleswig-Holstein e.V. teilzunehmen. Urban Photography war das Motto.

 

Auf der mehrstündigen Stadtrundtour durch Kiel waren wir alle auf der Suche nach einzigartigen urbanen Motiven. Egal ob Park, Wohnviertel, oder Baustelle: Kiel bietet allerhand Möglichkeiten für einen begierigen Fotografen.

 

Anschließend wurde vom Seminarleiter Tim Eckert gezeigt, wie Fotos simpel, aber sehr erfolgreich mit der Software „Adobe Lightroom“ bearbeitet werden können. Coole Effekte waren das Ergebnis von Reglergeschiebe und Histogrammanpassungen.

 

Samstagabend ging es noch einmal raus in die Kälte, um das Fotografieren bei Dunkelheit auszuprobieren. Durch riesige Teleobjektive ließ sich der Mond sehr detailreich durch die Kameralinse beobachten und mithilfe der passenden Kameraeinstellungen (lange Verschlusszeit) ließ sich das abendliche Stadtleben perfekt einfangen.

 

Am letzten Morgen des Seminars wurde uns ein Macroobjektiv zur Verfügung gestellt, mit dem wir Kleinigkeiten in dreckigen Stadtecken ganz groß ablichten konnten. So wurde eine kleine Schnecke zu einem Monument, und Spinnenweben zu elektrischen Blitzen.

Tolle Möglichkeiten! Große Vielfalt! Theorie?

Die technische Ausrüstung, welche beinahe komplett von Canon gesponsert wurde, ließ nichts zu wünschen übrig. Spiegelreflexkameras aller Stufen, Weitwinkel-, Macro- und besonders lichtempfindliche Objektive standen bereit, damit wir uns vollständig ausprobieren konnten. Der Gestaltungsfreiraum durch die technischen Möglichkeiten waren das absolute Highlight des Seminars. Die Fotos dann auch noch in selten toller Qualität ausgedruckt in den Händen halten zu können war ein tolles Gefühl.

Bei der Frage nach Verbesserungen waren sich die Seminarteilnehmenden allerdings allesamt einig, dass ein wenig mehr Theorie schön gewesen wäre. Zwar wurde am ersten Abend der Veranstaltung das magische Dreieck der Fotografie aufgegriffen, doch ein wenig mehr Hilfestellung in der Praxis, zum Beispiel bei der Motivwahl, oder dem Kamerawinkel wäre schön gewesen.

Durch das viele Ausprobiere konnte ich dennoch eine ganze Menge lernen, und werde in Zukunft vielleicht auch mal hinter die Kamera von FREIHAFEN treten können. Auf ein Wiedersehen in Kiel 2019, wenn es heißt: Fotoseminar 2.0.

 

 

Bild mit freundlicher Genehmigung von Ole Wahls
Ole Wahls Verfasst von:

Ein schreibbegeisteter 18 Jähriger, der die FREIHAFEN Redaktion leitet